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Shiroiya Hotel, Sou Fujimoto Architects, Foto: Katsumasa Tanaka

Schlafen im grünen Hügel: Shiroiya Hotel in Maebashi von Sou Fujimoto

„Wo gute Dinge wachsen“ – unter diesem Motto erneuert die japanische Industriestadt Maebashi seit einigen Jahren ihr Zentrum. Der Zweite Weltkrieg hatte in der 350.000-Einwohner-Stadt rund 100 km nordwestlich von Tokio große Zerstörungen hinterlassen und die in den folgenden Jahrzehnten entstandenen Bauten sind inzwischen auch in die Jahre gekommen. Eines davon ist der schmucklose Stahlbetonbau, den Sou Fujimoto Architects nun für das Shiroiya-Hotel umgebaut haben. Früher war hier der Shiroiya Ryokan, ein Gasthaus mit über 300-jähriger Tradition in Maebashi untergebracht, danach stand das Gebäude jahrelang leer.
Künftig heißt der viergeschosssige Bau unter der Bezeichnung „Heritage Tower“ Gäste willkommen. Dazu haben ihn die Architekten strahlend weiß anstreichen lassen und innen weitgehend entkernt. Die Straßenfassade im Süden schmücken Schriftzüge des US-amerikanischen Künstlers Lawrence Weiner.
Im Inneren praktizierten die Architekten und ihr Bauherr alles andere als Flächenmaximierung. Große Lufträume verbinden die Ebenen und legen das Stahlskelett offen. Von oben fällt Tageslicht durch ein neues Glasdach ein. Mit Ziegelpflaster und großen Topfpflanzen soll das Atrium den Charakter einer urbanen Plaza vermitteln. Kreuz und quer durch die Stahlbetonstruktur windet sich die Installation „Lighting Pipes“ des argentinischen Konzeptkünstlers Leandro Erlich aus von innen beleuchteten Kunststoffrohren – eine Interpretation der Wasserrohre, die nicht nur in Hotels sonst sorgfältig den Blicken entzogen werden. Erlich hat auch einen von vier Künstlerräumen im Haus gestaltet, für die übrigen zeichneten Jasper Morrison, Michele de Lucchi und Sou Fujimoto selbst verantwortlich. Insgesamt verfügt das Hotel über 25 Gästezimmer, deren Preise bei umgerechnet rund 230 Euro beginnen.
Das totale Kontrastprogramm zum Heritage Tower haben Sou Fujimoto Architects auf der Gebäuderückseite im Norden errichtet. Hier befand sich einst das Ufer eines längst überbauten kleinen Flusslaufs, deshalb liegt dieser Teil des Areals ein Geschoss tiefer als der Eingangsbereich im Süden. Zwischen den Höhenniveaus vermittelt nun der „Green Tower“, ein künstlicher, bis zu viergeschossiger Hügel. In seinem Inneren sind weitere Hotelzimmer untergebracht, die auf seinen Abhängen verstreuten weißen Häuschen beherbergen Kunstinstallationen und eine finnische Sauna. Quer über den Hügel verläuft ein Fußweg, der die Hauptstraße auf der Eingangsseite mit der ruhigeren Babakkawa-dori-Straße auf der Nordseite des Grundstücks verbindet.

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