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Lasvit, Nový Bor, OV Architekti

Schleier aus Glasschindeln: Konferenzgebäude für Lasvit in Nový Bor

Im böhmischen Ort Nový Bor gut 100 km nördlich von Prag befindet sich der Hauptsitz von Lasvit, einem Hersteller von Glasleuchten, künstlerischen Lichtinstallationen und Architekturglas. Der kleine Firmencampus am Palackého-Platz umfasst insgesamt sechs freistehende, über schmale Verbindungsgänge miteinander verknüpfte Gebäude, die sich mit vergleichbaren Kubaturen und Dachneigungen rund um einen begrünten Innenhof gruppieren. Teil des Ensembles sind seit 2019 auch zwei Neubauten des Prager Büros OV Architekti. Sie ersetzen zwei Bestandsgebäude aus den 1980er-Jahren und nehmen mit ihrer Fassadengestaltung Bezug auf die für diese Region typischen Schindelverkleidungen an Hausdächern und Fassaden.

Der größere nördliche Bau hat eine Fassaden- und Dachverkleidung aus schwarzen Faserzementschindeln und beherbergt eine mehrgeschossige Produktionshalle. Der zweite Bau dient den knapp 100 Mitarbeitern als offener Ort des Miteinanders und des Austauschs. Gestalterisch kommt dies in der rundum vorgesetzten Gebäudehülle aus durchscheinenden Glasschindeln zum Ausdruck, hinter der eine konventionelle Glasfassade den Raumabschluss bildet. Im Erdgeschoss ist eine Cafeteria mit Terrasse zum Innenhof untergebracht; im Obergeschoss liegt unter einer gewölbten Betonrippendecke ein großer Besprechungsraum.

Wie ein Schleier legen sich die insgesamt 1400 Glasschindeln über das Betontragwerk und die inneren Fassaden. Die auf der Spitze stehenden quadratischen Elemente sind je 60×60 cm groß, 8 mm dick und 7,5 kg schwer. Noch größere Formate hätten an dieser Stelle maßstabssprengend gewirkt. Kleinere Schindelformate hätten dagegen zu viele Überlappungen und dadurch eine geringere Lichtausbeute sowie mehr Gewicht zur Folge gehabt. Auch die im Abstand von rund 50 cm vor der Innenfassade montierte Stahl-Unterkonstruktion hätte in diesem Fall deutlich engmaschiger ausfallen müssen.

Aus einiger Entfernung scheinen die Schindeln auf den Dachflächen genauso groß zu sein wie jene an der Fassade. Um die Zahl der Fugen zu reduzieren, aber auch um durch die perspektivische Verzerrung genau diesen Effekt zu erzielen, sind sie hier jedoch 120×60 cm groß – bei 10 mm Dicke und einem Gewicht von je 12 kg.

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