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Delordinaire, High House, Mont Sainte-Anne

Schneewittchen am Skihang: High House in Mont Sainte-Anne

Der Mont Sainte-Anne, ein beliebtes Skigebiet, liegt rund 50 Kilometer außerhalb der Stadt Québec am Ufer des St.-Lorenz-Stroms. Verglichen mit europäischen Gebirgslagen ist das Gelände hier allenfalls sanft gewellt. Wer also aussichtsreich wohnen möchte, muss sich etwas einfallen lassen. Und genau dies tat das französisch-australisch-kanadische Architekturbüro Delordinaire, als ein privater Bauherr es mit dem Entwurf für ein Ferienhaus in dem Ort Mont Sainte-Anne beauftragte: Sie stellten den Neubau auf Stützen.

Das passenderweise »High House« getaufte Haus steht relativ zentral im Ort nahe der Grundschule auf einer bis vor Kurzem landwirtschaftlich genutzten Fläche. Das Erdgeschoss ließen die Architekten komplett frei und platzierten hier lediglich einen Outdoor-Ofen mit Grill. Der Zugang ins Haus führt über eine Außentreppe unter einer Art Baldachin aus transluzentem Polycarbonat.

Auf seiner dem Skiberg zugewandten Seite endet das Haus in einem Wohnraum, der bis unter den spitzen Dachfirst hinaufreicht und sich mit einem Panoramafenster Richtung Berg öffnet. Die Schlafzimmer, das Bad und die Küche sind hingegen an der breiteren Eingangsseite untergebracht und niedriger; hier schufen die Architekten stattdessen im Dachraum ein weiteres Schlafzimmer, das über eine außerordentlich steile Treppe erreicht wird. Insgesamt gelang es den Architekten so, immerhin 90 m2 Geschossfläche in dem Gebäude unterzubringen.

Ein wenig surreal erhebt sich das Haus auf seinen dürren Stahlstützchen über die Landschaft. Konstruiert ist es in einem Mix aus Stahl- und Holzskelettbauweise. Die Geschossdecke über der Outdoor-Küche ist eine Holzbalkenkonstruktion; der weit auskragende Annex mit den beiden Schlafzimmern hingegen wird von mächtigen Stahlträgern gehalten. Auch in den darüber aufgehenden Wänden und dem Dach fügten die Architekten Stahlträger dort ein, wo es statisch sinnvoll war – vor allem im Wohnzimmer, wo auf diese Weise den Raum kreuzende Querträger verzichtbar wurden.

Zwischen den Trägern ist die Gebäudehülle gut gedämmt, sodass der Holzkamin im Wohnzimmer in der Regel als einzige Wärmequelle ausreicht, obwohl in den übrigen Räumen zusätzliche Elektroheizkörper installiert wurden. Die Trinkwasser- und Abwasserleitungen, die das Haus mit dem öffentlichen Netz verbinden, sind äußerst dezent in die Stahlstützen integriert.

Das Dach ist mit weißem Wellblech gedeckt und die Fassaden sowie die Unterseite der Bodenplatte erhielten eine ebenfalls schneeweiße Verkleidung aus Faserbetonpaneelen. Schlanke weiße T-Profile aus Metall, die auf die Elementfugen aufgesetzt wurden, verleihen der Fassade eine subtile Plastizität. Im Winter (Mont Sainte-Anne gilt als relativ schneesicher) verschmilzt das Haus so fast völlig mit der Landschaft; im Sommer bildet es hingegen den denkbar schärfsten Kontrast zu den Wiesen und Baumgruppen ringsum.

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