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Schutz vor Feuchtigkeit: Bleiwolle als neue Fuge

Die Wahl des Fugenmaterials ist entscheidend für die nachhaltige Sanierung historischer Gemäuer. Möglichst langlebig und witterungsbeständig soll es sein. Als wartungsfreie Alternative zu zementären und synthetischen Fugen bietet sich Bleiwolle an – der optisch dezente Werkstoff kam unter anderem bei der Erneuerung des Magdeburger Doms im großen Maßstab zum Einsatz. 500 m historischen Fugenmörtels wurden am Südturm durch Bleiwolle ersetzt. Eindringende Feuchtigkeit hatte die Natursteinfassade zuvor stark beschädigt.

Im Bereich des Mauerwerks stellen vor allem die Fugen eine Schwachstelle dar. ­Werden sie brüchig – z. B. aufgrund temperaturbedingter Bewegungen oder Überalterung – dann dringt Feuchtigkeit ins Gemäuer ein, die bei Frost Absplitterungen verursacht. Zementäre Fugenmaterialien werden daher oft nicht erneut verwendet. Synthetische Produkte sind ebenfalls wartungsintensiv und wirken optisch oft wie ein Fremdkörper. Hier ist Bleiwolle eine besonders UV- und witterungsbeständige Alternative. Sie besteht aus feinen Bleifäden oder -streifen, die sich in jede Fugengröße verstemmen lassen. Die fachgerechte Verarbeitung ist anspruchsvoll, erzielt dafür aber eine extrem dichte Fuge, die das Mauerwerk über Jahrhunderte zuverlässig und wartungsfrei vor Feuchtigkeit schützt. Blei passt sich aufgrund seiner Kaltformbarkeit auch nach der Verarbeitung noch den Bewegungen im Mauerwerk an. Zudem lässt es sich hervorragend recyceln und verbraucht in der Herstellung wegen des niedrigen Schmelzpunkts wenig Energie – ein Plus für nach­haltiges Bauen. Die Optik der Fugen ist äußerst dezent und fügt sich daher gut in das historische Ambiente von Objekten ein. Heute ist der Magdeburger Dom wieder gewappnet gegenüber jeglichen Witterungen.

Weitere Informationen: Röhr + Stolberg GmbH, Krefeld

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Bleiwolle als neue Fuge
Foto: Hersteller
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2015
Umnutzung, Ergänzung, Sanierung

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