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Schweizerkirche in London

Gegründet 1762 von eidgenössischen Einwanderern bezog die Schweizer Kirchengemeinde 1855 ihr Domizil im Londoner Stadtteil Covent Garden. Zerstörung und Wiederaufbau prägten die Geschichte des schmalen klassizistischen Gebäudes bis in die 1950er-Jahre. Anfang des Jahrtausends schien eine weitere Renovierung unausweichlich. Maßnahmen, um den denkmalgeschützten Bau zu erhalten, sollten einhergehen mit der Revitalisierung der »Swiss Church«. Neben der klassischen Nutzung als Gotteshaus wünschten sich die Verantwortlichen, den Ort zu einem Begegnungs- und Kulturzentrum der Schweizer Gemeinde auszubauen. Mithilfe weniger, behutsamer Eingriffe schufen die Architekten die Voraussetzungen hierfür.

Architekten: Christ & Gantenbein, Basel


Die vorhandene, weit auskragende Galerie im Eingangsbereich wurde rückgebaut, sodass die Kirchenhalle ihre ursprünglichen, harmonischen Proportionen wiedergewann. An ihrer Stelle entstand eine Raumskulptur mit übereinander gestapelten Ebenen und eigenständiger Erschließung, die nun neben der Orgel auch die Büro- und Gemeinschaftsräume aufnimmt. Deren mehrfach geknickte »Fassade« interpretiert den Rhythmus der klassizistischen Gewölbebögen neu und bildet einen paraventähnlichen Abschluss zur Halle.

Alte Lobby, Swiss Church
Alte Lobby
Alte Galerie, Swiss Church
Alte Galerie
Modell des Einbaus
Modell des Einbaus
Neue Galerie
Neue Galerie

Holzrahmenelemente aus weiß lasierten Eichenprofilen umfassen die Glasflächen. Brandschutzglas, ein Verbund mehrerer dünner Silikatscheiben, wird kombiniert mit unterschiedlich beschichtetem Spezialglas, sodass sich transparente, transluzente und verspiegelte Elemente abwechseln.

Anordnung der Glaspaneele
Anordnung der Glaspaneele

Dieses Spiel aus Durchblicken und Reflexionen lässt die Grenze zum weiß gestalteten Kirchenraum verschwimmen und den Einbau fast immateriell erscheinen. Zudem wird das Tageslicht maximiert und den hinter der Fassade liegenden Räumen eine gewisse Intimität verliehen.

Mit der Sanierung der Schweizerkirche lieferten die Architekten ein Beispiel für respektvollen und dennoch selbstbewussten Umgang mit historischer Bausubstanz.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2011

Bauen mit Glas

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