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Secret Garden – verschollener Ballsaal in Berlin

Projektentwickler Dirk Moritz hatte 2008 die richtige Intuition, als er auf dem Weg zum Schwimmen plötzlich abbog in den Hof eines maroden Hinterhauses mit zugemauerten Rundbögen und einer Stahltür in einem noch sichtbaren Portal. Bei der ersten Besichtigung entdeckte er geschnitzte Treppengeländer, Wandmalereien und den Saal mit der Bühne und Empore – ein Kleinod, das den Unterlagen zufolge seit 1934 im Dornröschenschlaf lag. Die Planung für die Wiederbelebung unter dem Projektnamen "Secret Garden" hat das internationale Architekturbüro LAVA übernommen.

Der Berliner Unternehmer und Baumeister Oscar Garbe hatte das dreistöckige Gebäude in Berlin-Mitte errichtet. Das Lokal etablierte sich in der Berliner Ballhausgesellschaft, Moritz beschreibt es so: „Hierher kamen viele dicke Männer mit noch dickeren Frauen.“ Es wurde kräftig weiter investiert, die Grundbucheintragungen des Saalbetriebes weisen zahlreiche Hypothekeneintragungen aus.

In den 1940er Jahren begann der Verfall: Das Interieur verheizt, verschwand das Lokal unter Schutt und Gerümpel. Vielleicht wäre es schon früher wiederentdeckt worden, aber das Sanierungsgebiet „Rosenthaler Vorstadt“ reichte nur bis etwa 100 Meter vor den Saal.

Nach Einigung mit den tschechischen Eigentümern über den Verkauf des Rückgebäudes mussten zunächst 30 Tonnen Müll entsorgt werden. Rund 300 lebende und viele tote Tauben ließen darauf schließen, dass mit Taubenzecken zu rechnen war, deren Biss für Menschen tödlich sein kann. Die Müllentsorger rückten mit Atemgeräten und luftundurchlässigen Spezialanzüge an.

Im März 2013 sollen die Bauarbeiten anlaufen und bis Mitte 2014 abgeschlossen sein. Das Nutzungskonzept sieht mehrere kleine Räume für Ausstellungen, künstlerische Performances, Studios vor, Meeting- und Konferenzzimmer, sowie luxuriöse Apartments für kurzzeitige Vermietung, vor allem für Geschäftsleute. Dirk Moritz möchte das Objekt unter dem Namen „Secret Garden“ vermarkten.

 

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