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Foto: Stijn Bollaert

Sehen und gesehen werden: »Landmark Nieuw Bergen«

Mit einem Spiel aus Schein und Sein schafft das Büro Monadnock aus Rotterdam für die kleine Stadt Nieuw Bergen im holländischen Limburg ein neues Zentrum im Zentrum und stärkt so die Bedeutung des Ortes über die Stadtgrenzen hinaus. Der auf einem würfelartigen Sockel thronende Turm der »Landmark« lässt ein Gebäude entstehen, das sowohl dem An- als auch dem Ausblick dient. Entsprechend der Übersichtlichkeit des weithin flachen Limburger Landes, schlagen Monadnock Kapital aus der natürlichen Beschaffenheit der Region und setzen mit ihrem Entwurf auf eine bewusst positionierte, exponierte Architektur.

Das freistehende Bauwerk besitzt ein einfaches Volumen aus zwei geometrischen Grundformen: Ein Würfel und ein langgezogener Quader sind auf einem ebenfalls würfelförmigen Sockel platziert. Den Minimalismus des Volumens hebt das Rotterdamer Büro auf, indem es seine Architektur in ein facettenreiches Gewand aus Backstein hüllt, welches dem Bau etwas Haptisches verleiht. Das ortstypische Baumaterial bindet die  »Landmark« an den Kontext. Die Kleinteiligkeit der Hülle lässt die Architektur trotz ihrer wuchtigen Erscheinung nah- und fühlbar werden. Die abwechslungsreiche Fassadengestaltung – verschiedene Verlegetechniken des Steins, unterschiedliche Farben, die teilweise Perforierung der Wände – kontrastieren mit dem einfachen Volumen des Gebäudes. Als Krönung verleihen Monadnock der Hülle plastische Elemente, die den tektonischen Ausdruck des Gebäudes stärken und die geometrische Ordnung der Fassade hervorheben. Durch die raffinierte Gestaltung der Oberfläche wird die Architektur nicht nur erklärt, sondern in ihrer Radikalität überhaupt erst für den Betrachter fassbar.

Der Vielschichtigkeit der Erscheinung stehen radikal reduzierte Grundrisse gegenüber, die eine freie und flexible Nutzung ermöglichen. Nachdem der Besucher durch die mit Bögen gezierten Zugänge tritt, erwartet ihn auf den beiden Geschossen des Sockels die gleiche Grundrisskonstellation, bestimmt durch eine Zentrierung auf einen mittig stehenden Pfeiler. Ausgehend von diesem Mittelpunkt, lässt sich der Raum aufteilen, wobei Monadnock der Versorgung und Erschließung des Gebäudes ein Viertel der jeweiligen Grundfläche zur Verfügung stellen. Der Rest der beiden Grundrisse des Sockels bleibt der jeweiligen Nutzung zugeschlagen. Die den Sockel erschließende Wendeltreppe endet vorerst auf dem Dach und findet eine Entsprechung im Aussichtsturm, der zum höchsten Punkt des Bauwerks führt. Diese zweite Wendeltreppe führt zu der Aussichtsplattform auf dem Dach des Turmes. Der Turm selber steht als Volumen 45 Grad zu den Kanten des Sockels gedreht und stellt mit seiner perforierten Hülle einen steten Blickbezug zur Umgebung her. Der resultierende Innenraum des Turmes, der lediglich der Erschließung der Aussichtsplattform dient, wird so zu einer inszenierten Zwischenzone auf dem Weg zum Herzstück der »Landmark Nieuw Bergen«, der Aussichtsplattform. Monadnock schaffen für das kleine Nieuw Bergen nicht nur ein über weite Distanzen sichtbares Zentrum, sondern ermöglichen von hier aus auch den Blick in die Ferne: Sehen und gesehen werden.

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weitere Informationen:

Architekten: Monadnock, Rotterdam
Team: 
Sandor Naus, Job Floris, Rebecca Aguilera
Tragwerksplanung: 
Bolwerk Weekers, Deurne
Bauleitung: 
Monton Projectmanagement, Eindhoven
Bauunternehmer: Burgtbouw, Deurne
Fertigstellung:
2015

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