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Bureau, Mr Barretts Garten, Genfer See

Selbstbewusster Diener des Hauses: Mr Barretts Garten am Genfer See

Am Ufer des Genfer Sees mit Blick auf den Schweizer Jura ist das 5000 m² große Grundstück eine topografische Herausforderung: Von seiner Zufahrt im Westen zum Seeufer im Osten fällt es stetig ab. Es galt, die Blickachsen zum See und zu den Bergen gestalterisch wieder herauszuarbeiten. Gleichzeitig sollte das Wohnhaus nichts an seinem geschützten Charakter einbüßen. Gelungen ist es dem Team um Daniel Zamarbide mit der konsequenten Betonung der Horizontalen: Vom Walnussbaum als Auftakt im Westen flachen die Gestaltungselemente kontinuierlich nach Osten ab. Sie geben den Blick frei für den privaten Uferzugang.

Die lichte Bepflanzung lockert die Strenge des Gebäudebestands mit seiner dunklen Fassade und kompakten Kubatur im Schweizer Heimatstil auf. Ganz wie im cinematografischen Vorbild „Der Diener“ tritt die Landschaftsarchitektur hier als selbstbewusstes Außenhaus auf: Sie inszeniert einen kontrastiven Dialog zwischen Haus und Garten.

Das Gestaltungskonzept nimmt sich den Garten der Villa Cavanela von Roberto Burle Marx zum Vorbild. Burle Marx ist mit seinem Verständnis von Gartenbau als Kunst wegweisend für die moderne Freiraumplanung gewesen. Er lehnte jede Symmetrie und Rechtwinkligkeit ab, sondern schuf großzügig gekurvte Perspektiven. Seine Anlagen sind auf den Boden übertragene Gemälde, bestehend aus geschwungenen Linien und abstrakten

Farbinseln. Sie bilden damit einen Kontrapunkt für die formale Strenge der klassischen Moderne.

Der Pflanzplan für Mr. Barretts Garten entwickelt sich ebenfalls aus Struktur und Farbigkeit der verwendeten Arten. Die organischen Formen von flächigen Beeten und Wegen ergänzen die geometrische Formsprache der Architektur. Punktuelles Mobiliar, Terrassen und eine Sauna bilden Akzente in dem offenen Landschaftsbild. Ähnlich wie in romantischen Landschaftsgärten gliedern sie den Garten in verschiedene Teilbereiche mit individueller Atmosphäre. Grazil im Design und langlebig in der Materialauswahl, fügen sich diese Interventionen natürlich in das grüne Setting ein.

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