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Grafik: Design Systems

Sinnlich und archaisch: Hotel Tuve in Hongkong

Das im Norden von Hong Kong Island gelegene Hotel benötigt keinen langen Anlauf, um seine Besucher in eine archaisch anmutende Welt zu entführen. Bereits der Eingang ist ein Ereignis – auf einen brettgeschalten Betonschacht folgt ein burgartiges Metalltor mit Rundbogen – und dabei doch nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Fülle an Atmosphären, die sich auf den 32 Geschossen des Hotels sukzessive entfalten.

Spätestens nachdem der Gast die edlen holzvertäfelten Aufzüge verlässt und die Lobby im ersten Obergeschoss betritt, taucht er in ein Interieur, das nur wenig mit der charmant-chaotischen Dichte Hongkongs zu tun hat. Die Außenwelt verrät sich hier nur noch durch funkelndes Tageslicht: Drei unterschiedlich perforierte Stahlwände formen einen Screen, der das einfallende Licht in einen Sternenhimmel verwandelt. Die Reflexionen an der Metalldecke erhöhen den Raum und erzeugen eine beinahe mystische Stimmung. Davor bildet ein freistehender, wuchtiger Tresen unverkennbar den Mittelpunkt des Geschehens. Auf einem kräftig gemaserten Boden aus Arabeskato-Marmor kann der massive, brettgeschalte Betonblock der Rezeption wie auf einer Bühne seine materielle Schlichtheit zelebrieren.

Per Aufzug erreicht man auch die privaten Bereiche. Dort befinden sich Zimmer in jeweils drei verschiedenen Kategorien. Allen gemeinsam ist ein konsequent weitergeführter, haptisch-sensitiver Materialeinsatz: dunkle Holzböden und -verkleidungen in der Comfort-Klasse und eine puristische Betonoberfläche, veredelt mit goldenen Kiesnestern in der Deluxe- und Premier-Klasse. Eindrucksvoll gestaltet sind selbst die Bäder mit einem vom Boden über die Wände geführten Natursteinbelag, kubisch geschnittenen Wasch­becken und einem Spiegel mit Messingoberfläche, die vor dem Polieren zunächst oxidiert wurde, um sie an die Maserung des Natursteins anzupassen. Auch wenn die Privatsphäre durch die Transparenz der Badezimmertüren strapaziert wird – die fehlende optische Trennung kommt der gestalterischen Ausgewogenheit der Räume sehr zugute. Abgerundet wird das homogene Erscheinungsbild durch raffinierte Details und Möbel, die den Zimmern eine Wohnlichkeit geben, die gleichermaßen elegant und funktional ist: Von einer indirekten Beleuchtung hinter den Fußleisten über aufwendige Holzkabinette bis hin zu eigens entworfenen Handtuchständern und Griffen aus Stahl – nichts ist dem Zufall überlassen.

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Design director:
Lam Wai Ming
Mitarbeiter: Wong Wing Kin Kent, Chu Wai Fung Phoebe, Zhang Xing, Chung Kin Lung Kurt, Fang Huanhuan
Tragwerksplaner: T.K. Tsui & Associates
Betonfertigteilhersteller: Architectural Precast GRC
Metallbau: Wing Dik Company

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
INSIDE I1/2016
Inside 1/2016

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