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Fernando Guerra, Marcio Kogan, Studio MK27, Brasilien, Sao Paulo, Guarujá, Dschungel

Skulpturales Tropendomizil: Ferien im Dschungel Guarujá´s

Ein schmaler Pfad aus unbehandelten Steinplatten schlängelt sich durch den dichten Dschungel nach oben und mündet an drei andersartig ausformulierten, scheinbar übereinander schwebenden Gebäudekuben: Ganz unten steht ein kleines Häuschen, mit vertikaler Holzlattung verkleidet, welches diverse Nebenräume und die Spielzimmer der Kinder beherbergt. Darüber ruht das auskragende Hauptgeschoss aus Beton, in dem sich der gemeinschaftliche Fernsehraum befindet sowie sechs Schlafzimmer, von denen jeweils fünf mit einem kleinen Balkon und Hängematte ausgestattet sind. Die verglaste Krönung der Gemeinschaftsebene im obersten Geschoss, beherbergt das Wohnzimmer mit Küche und eine großzügige Dachterrasse mit Sauna und Pool.

Studio MK27 und der Architekt Marcio Kogan haben nicht nur durch die minimalistische Materialwahl von Holz und Beton eine behutsame Interaktion von Natur und Architektur hergestellt, sondern lassen beide zudem auf enge Tuchfühlung miteinander gehen: Ebenerdig führen ein paar wenige Treppenstufen auf das hölzerne Plateau, welches sich nahtlos an die rückliegende und zugleich begrenzende Steinwand schmiegt. Dieses Empfangsdeck eignet sich hervorragend für berauschende Feste oder aufgrund der großzügigen Überdachung als erweiterter Spielplatz im Freien.

Das anmutig zwischen den Bäumen schwebende Hauptgeschoss nutzt die steinerne Topografie als Auflager und berührt mit lediglich zwei eingestellten Betonstützen das untere Holzdeck. Hier durchbricht eine freistehende, stählerne Treppe die starke Betondecke und leitet als verbindendes Element von draußen in den holzverkleideten Eingang im Inneren. Eine extravagante Lichtinstallation des Künstlers Olafur Eliasson untermalt den in Szene gesetzten Aufstieg in den Wohnbereich. In den Schlafbereichen angekommen, schützen quadratisch perforierte, aufschiebbare Faltelemente in geschlossenem Zustand vor starkem Sonneneinfall oder erwecken geöffnet den Eindruck sich mitten im Dschungel aufzuhalten.

Die klar gegliederte, vertikale Organisation des Raumprogramms findet im zweiten Obergeschoss ihre Vollendung. Der Bereich des dreiseitig geöffneten Wohnzimmers wurde 27 Zentimeter von der umlaufenden Holzterrasse abgesenkt, wodurch auf dem Sofa sitzend, der Boden illusorisch verschwindet und mit dem Dschungel verschmilzt. Um diese Wirkung nicht zu sabotieren sind sämtliche Brüstungen in dem Ferienhaus aus Glas gefertigt. Auch der zur nahen Küste hin orientierte Pool, neben der Feuerstelle, spielt durch seinen erhöhten Rand mit den unendlich scheinenden Grenzen und dem atemberaubenden Blick auf den fernen atlantischen Ozean. Die Sauna mit Whirlpool inszenierte Kogan als weitere Wertschätzung der Landschaft vor dem Berg, dem dichten Tropenwald Guarujás.

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Weitere Informationen:

Fertiggestellt: September 2015
Grundstücksfläche: 1668 m2
Grundfläche: 805 m2
Co-Architekt: Samanta Cafardo
Innenraum: Diana Radomysler
Projektteam:
Carlo Costa, Eline Ostyn, Laura Guedes, Mariana Ruzante, Mariana Simas, Oswaldo Pessano, Fernanda Neiva
Landschaftsarchitekt:
Isabel Duprat
Ingenieur:
João Rubens Leão, Leão Associades

Fotograf: Fernando Guerra

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