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Smart Cities: Standardisierungsdynamik durch IT-Produkte

Durch IT-Produkte werden unsere Städte zu Smart Cities. Fahrzeuge bewegen sich autonom, die Auslastung von Verkehrsmitteln wird von Sensoren automatisch erfasst, Computer senden Empfehlungen zum staufreien Reisen auf Smartphones – digitale Technologien machen urbane Infrastrukturen zu intelligenten Systemen. Das Forschungsvorhaben unter der Leitung von Gernot Grabher untersucht, inwieweit IT-Produkte von der Stange dazu führen, dass sich auch die Städte weltweit zunehmend angleichen.

Die Untersuchung fokussiert vor allem drei Spannungsfelder, in denen die Standardisierung aufgebrochen wird: Erstens steht dem Wunsch der Technologieanbieter nach globaler Vermarktung die Notwendigkeit der Anpassung der jeweiligen Systeme an lokale Spezifika entgegen. Zweitens wird die Einbindung privatwirtschaftlicher Technologieanbieter in die Modernisierung urbaner Infrastrukturen aufgrund ihrer Expertise zwar dringend benötigt; dabei stellt sich jedoch die Frage, wie eine möglichst breite Zugänglichkeit zu öffentlichen Gütern gewährleistet bleiben kann. Drittens folgt die weltweite Ausbreitung von Smart City-Projekten einem widersprüchlichen geografischen Muster: Während die Technologien größtenteils aus den Industrieländern stammen, finden Pilotanwendungen überwiegend in Schwellenländern statt. Die Forscher gehen davon aus, dass sich das Ausmaß der Standardisierung nur konkret auf Grundlage von lokalen Fallstudien erfassen lässt. »Wie sehr sich die globale Standardisierungslogik durchsetzt, hängt von den jeweiligen konkreten Verhandlungen zwischen Technologieanbietern und städtischen Entscheidern vor Ort ab. In diesen Aushandlungsprozessen werden die Konflikte zwischen global und lokal, zwischen privat und öffentlich sowie zwischen Industrie- und Schwellenländern ausgetragen.«, beschreibt Gernot Grabher.

Im Zentrum der Forschungsarbeit stehen die beiden Städte Amsterdam und Singapur. Beide Städte sind führend beim Einsatz von digitalen Technologien in der Stadtentwicklung. Darüber hinaus bilden sie auf idealtypische Weise den Unterschied zwischen Industrie- und Schwellenländern ab.

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