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Solarstrom vom Papst - und aus dem All

Solar World Vatikan, Photovoltaik-Anlage
Foto: SolarWorld AG

Der Vatikan steigt ins Solarstrom-Geschäft ein: In Santa Maria di Galeria soll bis 2014 Europas größte Photovoltaik-Anlage entstehen. Noch größere Pläne schmiedet unterdessen der kalifornische Energieversorger Pacific Gas & Electric: Er möchte bis 2016 das erste Solarkraftwerk im All errichten.

Dass der kleinste Staat der Welt Europas größtes Solarkraftwerk bauen will, ist kein Zufall. Schon mehrfach hatte Papst Benedikt XVI. seit seinem Amtsantritt 2005 die Notwendigkeit der Ressourcenschonung betont und Umweltverschmutzung als „soziale Sünde“ bezeichnet. Nun will er den Worten nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg massiv Taten folge lassen: In Santa Maria di Galeria am nördlichen Stadtrand von Rom, dem Standort von Radio Vatikan, soll bis 2014 eine 100-Megawatt-Anlage entstehen, die Strom für 40.000 Haushalte liefern könnte – oder umgerechnet den neunfachen Energiebedarf des Senders, der sein Programm bis nach Asien funkt. In jedem Fall würde der Ertrag des 500-Millionen-Projekts bei weitem den Bedarf des Vatikanstaats mit seinen 900 Einwohnern übersteigen. Die Überschüsse würde dieser dann vermutlich an seinen großen Nachbarn Italien exportieren.
Wer genau die Mammut-Anlage errichten wird und ob dabei vorrangig Photovoltaik oder thermische Parabolspiegel zum Einsatz kommen, ist noch unklar. Als möglicher Lieferant ist unter anderem das deutsche Unternehmen SolarWorld AG im Gespräch, das bereits 2008 eine Solaranlage auf dem Dach der päpstlichen Audienzhalle Paolo VI. errichtete. Sie liefert jährlich rund 300.000 kWh Strom, was dem Jahresbedarf von mehr als 100 Haushalten entspricht.
Neuland oder vielmehr den luftleeren Raum betritt auch das kalifornische Unternehmen Pacific Gas & Electric mit seinen Plänen, wenn sie denn realisiert werden. Bis 2016 möchte der Energieversorger gemeinsam mit dem Start-Up-Unternehmen Solaren das erste Solarkraftwerk im All errichten, das 200 Megawatt Energie liefern soll. Der Vorteil hierbei: Im All scheint 24 Stunden täglich die Sonne, Nacht oder bewölkten Himmel gibt es nicht. Die „Space Solar Plant“ soll mit Satelliten ins All geschossen werden und auf den gleichen Technologien aufbauen wie Kommunikationssatelliten, die bereits seit 45 Jahren Photovoltaik zur Energieversorgung nutzen.
Kritiker verweisen jedoch auf die Hindernisse, die dem auf mehr als 2 Milliarden Dollar taxierten Projekt im Weg stehen: Ein einziger Kraftwerkssatellit wäre rund 10mal so groß wie die gegenwärtig im All befindliche internationale Raumstation ISS.

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