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Sonnenschutz der Zukunft: innovative Experimente

Als frühester beweglicher Sicht- und Sonnenschutz kamen Tierfelle zum Einsatz, die die Öffnungen von Höhlen und Behausungen schützten. In der Antike boten Stoffe einen feststehenden oder auch aufrollbaren Schutz vor Strahlung und heute ermöglichen es Markisen, Jalousien und Rollläden, den Licht- und Strahlungseinfall individuell zu steuern. Doch wie sieht der Sicht- und Sonnenschutz der Zukunft aus? Diese Frage stellten sich europäische Architektur- und Designstudenten im Rahmen des „Velux International Design Award“ (VIDA) und experimentierten mit Licht und Schatten, mit neuen Materialien und organischen oder grafischen Formen auf der Suche nach innovativen und kreativen Lösungen für den Sonnenschutz von Dachfenstern. Der Siegerentwurf von Hyunjeong Kim, Industriedesignstudentin der Universität der Künste Berlin, basiert auf Ferrofluiden – Flüssigkeiten, die auf magnetische Felder reagieren.

Der erste Preis ging an Hyunjeong Kim, Studentin an der Universität der Künste Berlin, für ihren Entwurf „Ferro Fluid Scales“. Bildrechte alle: VELUX Deutschland GmbH

Unter dem Motto „Innovation durch Experimente“ sollten die jungen Designer die bestehenden Ansätze von Sonnenschutzsystemen überdenken und völlig neue Konzepte für die Beschattung von Dachfenstern entwickeln. Die Jury rund um Prof. Peter Zec – Initiator des Red Dot Design Award – prämierte das Projekt „Ferro Fluid Scales“ mit dem ersten Platz.

Ferrofluide sind Flüssigkeiten, die auf magnetische Felder reagieren. Nur wenige Nanometer große Partikel, meist aus Eisen, Cobalt oder Magnetit, bewegen sich dabei in einer Tägerflüssigkeit. Im natürlichen Zustand ähnelt diese schwarzem Wasser. Unter Einfluss eines Magnetfeldes verdichten sich die Partikel. Indem Kim Hyunjeong bei ihrem Entwurf die nichttransparente Flüssigkeit sowie eine Suspensionsflüssigkeit in transparente Glasscheiben einarbeitete, gelang es ihr, die Stärke des magnetischen Feldes leicht zu erhöhen oder zu verringern und auf diese Weise Licht und Schatten zu regulieren. „Der wichtigste Aspekt der Gestaltung ist, dass die Verdunkelung nicht über die Bewegung eines Bauteils stattfindet, sondern durch physikalische Veränderung des Ferrofluids innerhalb der Glasscheibe“, erklärt die der Industriedesignstudentin.

Der zweite Platz des VIDA ging an das Projekt „The Swipe“ der beiden Niederländerinnen Iris van den Brink und Anneloes de Koff. Der Entwurf für einen abgestuften Sonnenschutz überzeugte vor allem auch wegen seiner praktikablen Einfachheit. The Swipe basiert auf zwei beweglichen Jalousien, die je nach Sonnenstand gegeneinander verschoben werden.

Der Velux International Design Award wurde unter dem Motto „Innovation durch Experimente“ im Oktober 2013 ins Leben gerufen, um Nachwuchs-Designtalenten aus ganz Europa die Gelegenheit zu geben, sich mit Design und Funktionalität von zukünftigem Sonnenschutz für Dachfenster auseinanderzusetzen. Kandidaten aus mehr als 20 europäischen Ländern reichten Arbeiten ein, die auf Grundlage der Kriterien „Innovation“, „Verbesserung der Lebensqualität“, „Nachhaltigkeit“ und „Vermarktungspotenzial“ von der hochkarätigen Fachjury bewertet wurden.

Weitere Informationen zu allen nominierten Designexpertimenten 

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