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Foto: Roger Frei

Spagat zwischen Beton und feiner Spitze: Wohnhaus in Uster

Ein Querschnitt durch die Architekturgeschichte des letzten Jahrhunderts prägt das Wohnviertel, in das wild bär heule Architekten ihr Mehrfamilienhaus betten. Inmitten dieses bunten Mix aus Siedlungshäusern, Stadtvillen und Siebzigerjahre-Geschosswohnungen, ist der reduzierte Neubau mit seiner klaren, kubischen Form und der einheitlich grauen Farbe ein Ruhepol. Durch die kompakte Kubatur wurde eine GFZ von 1,0 erreicht und somit das Vorhaben der Stadtverwaltung erfüllt. In dem Gebäude befinden sich drei Wohnungen mit individuell gestalteten Grundrissen.

Gekonnt spielen die Architekten mit Materialien und Gegensätzen: Für die Fassade wählten sie unterschiedlich geschalten Ortbeton, der sich geschossweise abwechselt. Durch eine texturierte Styropormatrize zeichnet sich auf einigen Betonteilen ein vertikales Relief ab. Diese Struktur wird kontrastiert von glattgeschalten Betonfeldern. Im Inneren setzt sich der gebäudespezifische Umgang mit den Oberflächen fort: Die Wände bestehen aus großformatigen Hohlkastenziegeln. Auf den Unterputz verzichteten wild bär heule Architekten und tragen nur eine weiße Farbschicht direkt auf die Wände auf, sodass die Fugen und die geriffelten Oberflächen der Steine weiterhin sichtbar sind. Als Gegenspieler zu den rauen Wänden fugieren ein weißer Sonnenschutz und helle Holzdielen. Der Sonnenschutz besteht aus filigraner Spitze mit einem floralen, vom Jugendstil inspirierten Muster, die liebliche Schattenmuster auf die Holzdielen malt.
Die einzelnen Materialen, der Fassade und der Innenräume sind durch Fugen von einander abgegrenzt, die Architekten betonen damit die eigenständigen Funktionen der Werkstoffe. Da die rohen Baumaterialen sichtbar sind, achteten sie außerdem auf eine präzise handwerkliche Ausführung, denn schon die kleinsten Materialfehler hätten den Gesamteindruck gestört.

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