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Foto: Adrià Goula

Spirituelle Symbiose: Kirchenumbau in Katalonien

Die Kirche wird in nördlicher und südlicher Richtung von angrenzender Bebauung eingefasst. Vor allem ein Einfamilienhaus im Süden, das auf dem Grund des ehemaligen Friedhofs steht, setzte der antiken, ohnehin von Abtragung beeinträchtigten Bausubstanz extrem zu.

Die Erschließung der Kirche erfolgte einst über die beiden Querseiten. Den wesentlichen Bestandteil des neuen Entwurfes stellt eine neue Eingangssituation in südlicher Richtung dar. Hier spannen die alten Mauern mit dem anschließenden Einfamilienhaus einen Raum auf. Ehemals vernachlässigt und brachliegend wachsen heute in einem ruhigen Innenhof Pflanzen und Bäume. Es entsteht ein stimmungsvolles Ambiente, das den Übergang zwischen Außen und Innen betont.

Programmatisch gliedert sich der Bau in die zwei Kirchenschiffe. Der kleinere, durch Bögen abgetrennte Seitenteil schließt nördlich parallel an das zentrale, wesentlich größere Hauptschiff an. Besonders spannend gestaltet sich der Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz. Zu den erhaltenen Überresten zählen die östlich positionierte Apsis, die gegenüberliegende Westfassade und Teile der Kirchenschiffe. Zwei seitliche Stützpfeiler, die den Übergang vom Kirchenraum zur Apsis markieren, gehören ebenso wie das Kreuzrippengewölbe, das die Apsis überspannt, zu den Elementen die heute in neuem Glanz erscheinen.

Die Architekten von AleaOlea entscheiden sich im Zuge der Neuinszenierung der vernachlässigten Kirche für eine weiße, luftig leichte Struktur aus Ziegelsteinen. Diese legt sich, versetzt zueinander arrangiert, wie eine zarte Hülle um die alten Bruchsteinmauern. Die Ziegel nehmen die Struktur des Bestands auf und führen sie in adaptierter Form fort. Dabei entsteht ein nahezu gradueller Verlauf, der die Überbleibsel ergänzt und komplettiert und einen spannenden Kontrast aus rau und glatt, dunkel und hell, massiv und leicht schafft. Die alte und neue Struktur gehen eine stimmige Symbiose ein, die den spirituellen Raum neu definiert und ihm eine angenehme Atmosphäre verleiht.

So entsteht eine Multifunktionshalle, die mit einer zeitgemäßen und dennoch respektvollen Umnutzung der Kirche den ursprünglichen Geist des Ortes erhält und so zum neuen Anlaufpunkt für die spanische Gemeinde wird.

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