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ATP architekten ingenieure, Gemeindeamt, Tirol

S’Platzl vor der Bibliothek: Gemeindeamt in Vomp

Bei diesem Entwurf stechen sofort die liebevollen Bezeichnungen der geschaffenen Orte ins Auge. Der Stadtbalkon mit Blick auf s’Platzl und eine Lounge, die nach Fonapa, dem Faschings-Alter-Ego von Vomp benannt ist. Die Architekten haben dieses Gebäude wahrlich für die Bürger von Vomp entworfen, über die reine Funktionalität hinaus. Weil die 1800 Quadratmeter der Bruttogrundfläche in zwei miteinander verbundene Häuser aufgeteilt wurde, fügt sich die Kubatur mit Satteldächern gut in den kleinteiligen Kontext ein.

Die Bibliothek mit Ludothek liegt auf dem zwei Geschosse tiefer gelegenen Teil des Grundstücks. Sechs Autos können dort ebenerdig in die Parkgarage fahren. Über eine Treppe gelangen die Besucher vom Platzl auf den Stadtbalkon. Von dort haben sie einen Blick auf den neuen öffentlichen Begegnungsort, der mit einem noch jungen Baum, Bänken und Sitzstufen zum Verweilen einlädt – eine Eigenheit, die gerade immer seltener zu werden scheint. Die Bibliothek selbst besteht im Wesentlichen aus einem zweigeschossigen Raum mit offen liegendem Holzdachstuhl. Ein Boden aus Wollfilz kreiert zusammen mit Eichenholz, großen Fensterflächen und kontrastierenden Vorhängen ein modernes, offenes und kindgerechtes Ambiente.

Hinter der Bibliothek geht es eine Stufe hinab in das Sitzungszimmer, welches das Bindeglied zwischen den separaten Einheiten ist. Als eingeschossiger Flachbau dient die Dachterrasse den Angestellten als Pausenort. Auf der gleichen Ebene, also im Untergeschoss des Gemeindeamtes bieten eine Teeküche und die Fonapa-Lounge mit dunklen Möbeln und einem historischen Gemälde einen Raum für informelle Treffen.

Wieder ein Geschoss darüber, nun im Erdgeschoss des Amtes, liegt der offizielle Eingang mit einem elegant und fließend gestaltetem Vorplatz. Dort befinden sich das Meldeamt und drei weitere Büroräume für Mitarbeiter. Ein Luftraum stellt eine Verbindung zwischen der Lounge im Untergeschoss, dem Foyer im Erdgeschoss und einem Besprechungszimmer im ersten Obergeschoss her. Es folgen in den beiden Obergeschossen diverse Büroräume für die Funktionäre der Gemeinde, ein Archiv und Besprechungsräume.

Auch wenn für die Konstruktion die effiziente Lösung eines Stahlskelettes gewählt wurde, so greift die Gestaltung der Außenhaut die Holzfassaden der Umgebung wieder auf. Eine vertikale Struktur aus Aluminiumpaneelen, die in warmem bronzebraun schimmern, ist die witterungsbeständige und quasi wartungsfreie Neuinterpretation dieser Typologie. Ein Kleinstwasserkraftwerk erzeugt aus überschüssigem Oberflächenwasser der ortseigenen Quelle elektrische Energie für das Gemeindeamt. Eingespart wird selbige zusätzlich durch die flächendeckende LED-Beleuchtung, deren Lichttemperatur automatisch je nach Tages- und Jahreszeit variiert.

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Weitere Informationen:

Wettbewerb: 2015, 1. Preis
Baubeginn: Februar 2016
Fertigstellung: Juni 2017
Brutto-Grundfläche: 1800 m²
Bruttorauminhalt: 6200 m³
Integrale Planung: ATP architekten ingenieure (Innsbruck), Gesamtprojektleitung: Caroline Ohnmacht
Externe Planungspartner: DKN (Projektsteuerung, Bauleitung, Statik), A3 jp (Haus- und Elektrotechnik)

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