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Foto: Filip Dujardin

Stadt im Grünen: Betreutes Wohnen in Belgien

Bevor Dierendonckblancke Architecten mit der Neugestaltung des Areals beauftragt wurden, zerschnitt eine Verkehrsachse es in zwei Teile. Alle Wohneinheiten lagen nördlich der Achse und wurden durch ein wirres Straßengitter verbunden. Der neue Masterplan schlägt eine gleichmäßige Nutzung des gesamten, bewaldeten Geländes vor. An einer Ringstraße verteilt liegen die neuen Wohngruppen. Diese Infrastruktur erleichtert zusätzlich die Wege für die Pfleger, die Post oder auch die Essensausgabe.

Dort, wo die Ringstraße eine Ansammlung von Wohngruppen passiert, weitet sie sich. Sie wird zum Hof, der den kommunikativen Mittelpunkt bildet. Von jeder Wohngruppe aus ist er einsehbar und trotzdem gibt es genauso auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Zwischen den fünf Pavillons einer Gruppe liegen Innenhöfe, die einen ruhigeren Aufenthalt ermöglichen. Diese Strukturen sollen den Bewohnern mit schwerer geistiger Behinderung die Vorzüge von gemeinschaftlichem Wohnen wie in einem städtischen Wohngebiet bieten.

Jede einzelne Wohnung kommt in einem Baukörper mit Satteldach unter. Mit kleinem Badezimmer, Wohn- und Schlafraum ausgestattet, könnte sie auch eigenständig funktionieren. Um die Arbeit der Pfleger und das gemeinsame Leben zu erleichtern, sind die Pavillons aber aneinandergefügt. Sie teilen sich eine Küche, Stauraum und ein großes Bad.

Das Spiel mit den verschieden hohen Volumen wird im Spiel der Materialien fortgesetzt. Sichtbeton und Betonstein hören sich nach einem tristen Ambiente an. Durch den gezielten Einsatz und das Wechselspiel mit Holz, Klinker und weiß verputzten Flächen, entsteht allerdings ein ganz anderes Bild. Unterschiedlich geneigte Dachflächen stoßen aufeinander, sodass an manchen Stellen ein Betonbalken im Innenraum aus der Wand tritt. Der konstruktive Aufbau der Häuser ist gut ablesbar, doch durch das Fügen erlangen sie eine räumliche Komplexität. Sie wirken verspielt, ohne kindlich zu sein und sind gut instand zu halten, ohne klinisch zu wirken.

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Weitere Informationen:

Mitarbeiter: Simon Vermote, Sarah Bijtebier, Lore Verheyleweghen, Delphine Van Aerde, Pierre De Brun, Sara Callebaut, Catherine Pyck, Lisa Lu

Gesamtfläche: 3.905 m²

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