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Foto: Cécile Septet

Stadt in der Stadt: Verteidigungsministerium in Paris

Wie die Flügel eines gigantischen Origami-Schmetterlings flankieren Metallpaneele den Haupteingang des französischen Verteidigungsministeriums. Die Faltung wird bis auf das Dach fortgesetzt. Dort treffen geneigte Flächen aus Metall und Solarglas in wechselnden Winkeln aufeinander. Sie bilden über das gesamte Gebäude die fünfte Fassade aus, wobei die Bezeichnung als fünfte Fassade beim »Hexagone Balard« eine maßlose Untertreibung wäre.

Jede Fassade ist der umgebenden Bebauung des Straßenzuges angepasst. So variieren die Gebäudeflügel in der Höhe, aber auch in ihrer Offenheit und Farbe. Die von der Straße sichtbaren Flächen sind durch Fensterbänder und ein Spiel aus grauen Fassadenelementen horizontal gegliedert. Dahinter befinden sich allerdings mehrere, ineinander übergehende Innenhöfe. Die geschützt liegenden Innenflügel des Baus ragen zum Teil bis zu vier Geschosse über die Höhe der Außenmauer empor. So geben sie den Blick auf ihre Fassadenflächen preis. Eine überwältigende Vielfalt an Grün-, beziehungsweise Blautönen bekleidet die Außenwände. Quadratische Paneele bilden das Raster, in dem auch die Fenster liegen. Sie wirken farblich wie zufällig angeordnet und sorgen für ein unerwartet verspieltes Antlitz. Trotz der Vernetzung aller Gebäudeteile miteinander sind die Innenhöfe nicht isoliert.

Im inneren Bereich ruht der Bau auf Säulen. Die Höfe sind üppig bepflanzt mit Bäumen und Wiesenflächen. Blickachsen reichen zum Teil vom einen Ende des Komplexes, bis zum anderen. So ergibt sich der Eindruck eines Parks innerhalb der Festung, die das Ministerium nach außen darstellt. Auch die im »Hexagone Balard« untergebrachten Funktionen zeugen von seinen gigantischen Ausmaßen. Neben den 3.125 Büros, zahlreichen Konferenzräumen und der obligatorischen Restauration, verfügt das Ministeriumsgebäude auch über öffentlich zugängliche Räume. Das Ärztezentrum und die zwei Kindergärten sind genauso eine Bereicherung für die Nachbarschaft, wie das 25 Meter lange Schwimmbecken. Für den Katastrophenfall verfügt das Ministerium über eine unterirdische Kommandozentrale. Beim Bau galt es selbstverständlich, besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Alle unterirdischen Räume wurden deswegen von oben herab gebaut. Die Bodenplatte bot Sichtschutz, während die zwei Tiefgaragen und ebenjene Kommandozentrale zwei Stockwerke tief in den Boden gebaut wurden.

Das Gebäude unterstreicht mit seinen Eigenschaften den Imagewechsel des französischen Verteidigungsministeriums. Die Armee wurde zugunsten von Modernität, Effizienz und einem moderaten Umgang mit ihren Finanzen reformiert. Da passt es nur zu gut, dass sich der Bau dank der größten Photovoltaikfläche in Paris zu 80 % selbst mit Energie versorgt. Sie misst 6.500 Quadratmeter und bekommt zusätzliche Unterstützung von vier geothermischen Brunnen. Damit liegt der Bau weit über den aktuellen Anforderungen und wird in der Zukunft ein sparsames Dasein führen.

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