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Wohnungsbau in Madrid, FRPO Rodriguez & Oriol, Foto: Imagen Subliminal (Miguel de Guzmán, Rocío Romero)

Stadtfilter aus Faserbeton: Wohnungsbau in Madrid

Die Calle Sebastián Elcano ist eine baumlose Innenstadtstraße in der Nähe des Madrider Atocha-Bahnhofs und des Museumsviertels um das Museo de Arte Reina Sofia. Eine gute Wohnlage also, dennoch säumten jahrzehntelang einfache Gewerbebauten und Werkstätten den Straßenzug. Inzwischen sind diese größtenteils Wohnbauten gewichen.

Für den Neubau mit der Hausnummer 14 wählten die Architekten Rodriguez & Oriol eine janusköpfige Entwurfsstrategie. Die Straßenfassade erhält durch lange Reihen geschosshoher Tafeln aus glasfaserverstärktem Beton, unterbrochen von Brüstungsbändern aus dem gleichen Material, ein nahezu einheitsgraues Erscheinungsbild. In den oberen Geschossen sind die Betonfertigteile teils drehbar gelagert, auf der Rückseite mit großen Griffen versehen und dienen als Klappläden für die im gleichen Raster angeordneten Fensteröffnungen. Im Erdgeschoss weichen sie lackierten Blechpaneelen im gleichen Format von 90 x 220 cm. Nur zwei große Öffnungen, hinter denen leuchtendgelbe Innenwände erkennbar werden, bilden deutlichere Zäsuren. Die eine fungiert als Durchgang in den Innenhof, die andere im ersten Obergeschoss als Belichtungsöffnung für die Tiefgarage, die mit 1.380 m2 mehr Fläche einnimmt als die Wohnungen darüber. Weil die Fassade nach Norden weist, die Straße viel befahren ist und straßenseitige Wohnungen im Erdgeschoss immer schlecht vermarktbar sind, verzichteten die Architekten hier ganz darauf. Die beiden Maisonettewohnungen in den unteren beiden Etagen orientieren sich nur zum Hof, erst in den Ebenen darüber sind die Wohneinheiten beidseitig orientiert.

Der begrünte Innenhof mit Swimmingpool ist das totale Gegenteil des Straßenraums, und so zeigt auch das Haus hier ein völlig anderes Bild: Hell lackierte Stahlrahmen gliedern die nach Süden ausgerichtete Fassade. An ihnen sind die Vertikalmarkisen ebenso befestigt wie die Staketengeländer der dahinter liegenden Balkone.

An der Innenausstattung lässt sich erkennen, dass es sich bei dem Haus um keinen Sozialwohnungsbau handelt. Als Fußboden dient ein polierter Zementestrich, raumhohe Schiebetüren verbinden die Räume. Die Trennwände wurden in Trockenbauweise erstellt und die Lager- und Sanitärräume wie üblich im dunkleren Mittelbereich der Wohnungen platziert.

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Weitere Informationen:

Fachplaner: Antonio Lorenzo, David Marcos, Pablo Urbano, Pablo Matilla, Grupo AXIOM

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