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Stagnation und Wachstum bei erneuerbaren Energien

Alljährlich vermittelt das Bundesumweltministerium mit der Dokumentation „Erneuerbare Energien in Zahlen“ einen Überblick über die Entwicklung auf dem Erneuerbare-Energien-Markt. Die jüngste Ausgabe zeichnet für Deutschland ein differenziertes Bild: Während die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen weiter steigt, stagnierte die gesamte erneuerbare Energieerzeugung erstmals seit über zehn Jahren.

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Die erneuerbaren Energien – ein Wachstumsmarkt? Diese Beobachtung trifft auf die wirtschaftliche Entwicklung der „Erneuerbaren“ ganz sicher zu: Zwischen 2007 und 2008 stieg die Zahl der in diesem Sektor Beschäftigten in Deutschland nochmals um 12% von 249.000 auf jetzt 278.000. Insgesamt legt der jüngste Bericht „Erneuerbare Energien in Zahlen“ des Umweltministeriums jedoch eine differenzierte Betrachtungsweise nahe. Hier die wichtigsten Zahlen:

  • Der Anteil der „Erneuerbaren“ am gesamten Endenergieverbrauch hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt – auf jetzt 9,5%. Allerdings sank dieser Anteil im vergangenen Jahr erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Während der Anteil am Bruttostromverbrauch von 14,2% auf 15,1% gestiegen ist, sanken sowohl die Anteile der erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch (7,6% auf 7,4%) als auch am Kraftstoffverbrauch (7,2% auf 5,9%). Besondes bei Letzeren macht sich also die geänderte Förderpolitik bemerkbar.
  • Den stärksten Zuwachs erlebte die Solarenergie – sowohl bei Photovoltaik als auch bei Solarwärme. 2008 wurden in Deutschland Photovoltaikanlagen mit 1.500 MW Kapazität neu installiert – das ist Weltrekord. Die Solarstromerzeugung wuchs im gleichen Jahr um 29% gegenüber 2007.
  • Die solarthermische Kollektorfläche wuchs im gleichen Jahr um 1,9 Mio. m2 auf rund 11 Mio. m2.
  • Dennoch bleibt die Windenergie klarer Spitzenreiter bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen: Rund 40,4 TWh Strom lieferten Deutschlands Windkraftanlagen 2008 – das sind 6,6% des nationalen Stromverbrauchs. Zum Vergleich: Aus Biomasse stammten 27,1 TWh Strom und aus der Photovoltaik 4 TWh.
  • Über 93% der erneuerbaren Wärmeenergie in Deutschland stammen derzeit aus Biomasse, lediglich 4% aus Solarthermie und 2,5% aus Geothermie.
  • Die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen stieg zwar leicht, jedoch langsamer als der Gesamtverbrauch. Hier ist ein intensiverer Ausbau erforderlich, wenn Deutschland die selbst gesteckten Ziele (s.u.) erreichen will.
  • Sowohl absolut als auch relativ zum gesamten Kraftstoffverbrauch gesunken ist der Absatz an Biodiesel und anderen Biokraftstoffen. Er sank um 20% auf jetzt 36,6 TWh.
  • Spitzenreiter im Arbeitsmarkt der Erneuerbaren Energien ist der Bereich Biomasse mit rund 96.000 Beschäftigten, der allerdings seit 2006 stagniert. Benfalls nur leichte Bewegungen gab es bei der Windenergie, wo derzeit etwa 85.000 Beschäftigte ihren Lebensunterhalt verdienen. Stark aufgeholt hat jedoch die Solarenergie, wo sich die Zahl der Beschäftigten allein zwischen 2007 und 2008 um fast 50% auf 74.000 steigerte.
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Foto: C.-Nöhren/pixelio.de
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Ziele für die Entwicklung erneuerbarer Energien

Die Marktentwicklung bei erneuerbaren Energien muss sich in Deutschland an ambitionierten Zielen messen lassen, die die nun aus dem Amt geschiedene Bundesregierung formuliert hat:

  • Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2020 gegenüber 1990 um 40% gesenkt werden. Ende 2007 lag Deutschland bei -21,3%
  • Die Energieproduktivität (gemessen in Bruttosozialprodukt je kWh Primärenergie) soll um 3% pro Jahr gesteigert werden. Das bedeutet dass Energie im Jahr 2020 doppelt so effizient genutzt wird wie 1990
  • Der Anteil der erneuerbaren Energien soll weiter deutlich erhöht werden: am Bruttostromverbrauch von derzeit rund 15% auf mindestens 30% bis 2020; am Wärmeenergieverbrauch von heute knapp 8% auf 14% bis 2020; am Kraftstoffverbrauch auf rund 12% bis 2020; am gesamten Endenergieverrauch auf 18% bis 2020.
  • Der Anteil der Kraft-Wärmekopplung (KWK) an der Stromerzeugung soll bis 2020 auf 25% verdoppelt werden.
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