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OMA, Repossi, Place Vendome, Paris, Schmuck, Interieur, Cyrille Weiner

Stahlgrau und zartpink: Neugestaltung Boutique Repossi von OMA

Die Place Vendome, im Zentrum von Paris gelegen und Standort der Siegessäule zu Ehren der Grande Armée, ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts auch Sitz für exklusive Schmuckmarken. Seit Jahrzehnten befindet sich hier zudem die Boutique Repossi. OMA ist nun angetreten, das angestaubte Image zu modifizieren.
Die Hauptidee der Architekten war es, verschiedene Konzepte zur Präsentation des Schmuckes zu verbinden und dabei Stil und Vielseitigkeit zu gewährleisten. Projektleiter Ippolito Pestellini Laparelli von OMA erklärt, das Ziel sei es gewesen, »am menschlichen Körper zu erforschen, ob es darum geht, ihm ein Zuhause zu geben oder ihn zu bekleiden.«  Die Boutique fungiert dabei als Bühne, die die zeitgenössischen Ideen von Schmuck zum Ausdruck bringen soll und als Raum, in dem Kunden experimentieren können.

Das Konzept von OMA konzentriert sich auf Textilien: Holz, Teppich und Leder – die typischerweise in Schauräumen für hochpreisigen Schmuck verwendeten Oberflächen – wurden gemieden. Das Ziel war es, zu überraschen. Daher wollten die Architekten den Raum nicht auf vorhersehbare Art behandeln. Das gewünschte Ergebnis wurde mit unkonventionellen Materialien erreicht: Es entstanden Oberflächen und Auslagen aus Harz, Acryl, Spiegeln und Aluminium, die – inspiriert von Repossis Farbpalette – farblich von einem stählernen Grau über ein subtiles Pink bis zu einem Rotgold reichen.
Die 90-Quadratmeter-Boutique befindet sich gleich neben Dior und Breguet. In diesem kleinen Raum entwickelten die Architekten ein Konzept, bei dem Kunden drei verschiedene Geschwindigkeiten auf drei verschiedenen Etagen erleben können. Jede Etage hat daher eine andere Atmosphäre.
Das Erdgeschoss bietet einen ersten Einblick in das Geschäft und ist als öffentlicher Raum definiert, in den sich die Place Vendome ausdehnt. In der oberen Galerie werden die typischen Stücke der aktuellen Kollektion verkauft. Der Rhythmus dieser Etage ist langsamer, da die Kunden hier mehr Zeit verbringen. Der Salon der Boutique befindet sich schließlich im Untergeschoss. Dies ist der äußerst langsame und intime Bereich, in dem Kunden sich ihre individuellen Schmuckwünsche erfüllen lassen können.

Ein wichtiges Element der Boutique ist die Treppe. Vom Salon zum Erdgeschoss bildet sie eine solide, ausgemeißelte Form, während sie zum Obergeschoss hin eine schwebende Lauffläche wird. Die Absätze und Stufen bestehen aus Harz, der einem Terrazzo ähnelt. Der Treppenaufgang ist mit glänzenden Aluminiumwänden umhüllt.

Die Auslagen sind in die rotierenden Plakatwände des Erdgeschosses integriert, die drei verschiedene Ansichten zeigen können und damit unterschiedliche Räume erzeugen. Die dreieckigen Säulen wurden in Zusammenarbeit mit der Designerin Sabine Marcellis als traditioneller sowie bronzefarbener Spiegel und Auslagensystem gestaltet. »Wenn die Plakatwand so gedreht ist, dass der Schmuck versteckt wird, kann der Schauraum zum öffentlichen Raum werden«, erklärt Pestellini Laparelli, denn »Raum ist wahrscheinlich der größte Luxus, den man sich an der Place Vendome leisten kann«.

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