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Gemeinschaftszentrum in Fisksätra, sandellsandberg, Foto: Stena Fastigheter/Pixprovider

Stahlzelt: Gemeinschaftszentrum in Fisksätra von sandellsandberg

Fisksätra ist eine Retortensiedlung aus mehrgeschossigen Wohnblocks, die in den 1970er-Jahren östlich von Stockholm errichtet wurde und heute rund 7500 Einwohner zählt. Ein von einem Verein getragenes Folkets Hus (Volkshaus) existierte in dem Vorort bereits, lag jedoch dezentral am Siedlungsrand. Mit ihrem Neubau holen sandellsandberg die für die Gemeinschaft so wichtige Einrichtung nun mitten ins Zentrum von Fisksätra und geben damit zugleich den Startschuss für die anstehende Quartierssanierung. Nur ein Jahr Zeit hatten die Architekten von der ersten Entwurfsskizze bis zur Fertigstellung. Die Eile war geboten, denn das neue Folkets Hus ist als Gebäude auf Zeit konzipiert und hat nur eine temporäre Baugenehmigung. Dazu passt seine Form: ein großes Zelt mit Walmdach und einer Außenhaut aus grün beschichtetem Stahlwellblech, unter der sich in regelmäßigen Abständen dreieckige Fenster öffnen. Im zelttypisch „durchhängenden“ First fügten die Architekten ein 30 m langes, fischbauchartiges Oberlicht ein, das die Innenräume mit natürlichem Licht versorgt.

An den Stirnseiten des Hauses sind zwei größere Säle untergebracht. Beidseitig des zentralen Atriums mit Café liegen kleinere Nebenräume und Besprechungsräume und darüber, erreichbar über zwei gegenläufige Treppen, offene Emporen. Die Materialpalette in den Räumen ist hell und unprätentiös, mit geschliffenen Betonböden, massiven Kiefernholzmöbeln und weiß gestrichenen Holzverschalungen an den Wänden. Farbe, schreiben die Architekten, sollen vorwiegend die Nutzer ins Haus bringen. Und wer weiß, vielleicht kann das Folkets Hus ja doch noch auf Dauer an seinem gegenwärtigen Standort stehen bleiben. Denn Zeltbauten aus Metallblech haben Tradition in der schwedischen Architektur, und das nicht nur für temporäre Bauwerke: 1781-82 ließ König Gustav III im Schlosspark von Drottningholm das „Vakttältet“ (Wachtzelt) errichten – ein eigentlich massiv gemauertes Wachthaus mit vorgeblendeter zeltartiger Blechfassade. 1790 folgten dann die „Koppartälten“ (Kupferzelte) im Stockholmer Hagaparken. Sie waren wie das Folkets Hus eigentlich als Vergnügungspavillons auf Zeit gedacht, stehen aber bis heute und werden als Restaurant und Eventlocation genutzt.

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