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Stefan Prattes - DETAIL Stipendiat 2016/2017

Lebenslauf:
Stefan Prattes, geboren 1990 in Deutschlandsberg (Österreich), beendete 2013 sein Bachelor-Studium an der Technischen Universität Graz. Seine Bachelorarbeit wurde auf der Biennale 2012 in Venedig ausgestellt. Er erhielt zudem ein Leistungsstipendium der TU Graz für hervorragende Arbeiten. Seit 2013 absolviert Stefan Prattes sein Masterstudium im Fachbereich Architekturtechnologie, ebenfalls an der TU Graz. Seit 2009 ist er als freier Mitarbeiter im Architekturbüro Pittino & Ortner tätig. 2014 machte er für 12 Monate ein Praktikum bei RCR ARQUITECTES  in Olot, Spanien. 

Statement der Jury zu den eingereichten Arbeiten von Stefan Prattes:
Die Idee des „Gefangenenkäfigs“ wird durch die Materialisierung in Stahl und die reduzierte Formensprache verstärkt. Im Zusammenspiel von Materialität und äußeren Einflüssen wie Wärme und Kälte sollen gezielt Empfindungen transportiert werden. Durch Verortung der Ausstellungsräume unter Wasser wird die Wirkung des Gefangenseins zusätzlich gesteigert. Die harte und reduzierte Architektur im Wasser tritt monumental in Erscheinung und mutet archaisch und zugleich poetisch an.
In einem zweiten Entwurf liefert der Verfasser eine präzise Detailarbeit, die auch im 1:1 Möbelmaßstab umgesetzt wurde. Sie stellt eine gelungene Reduzierung von Fahrradbox und benötigten Möbeln auf das Wesentliche. Die Möbelbox liefert ein Versprechen, das auf zukünftige angemessene Entwurfslösungen hoffen lässt.

Projektbeispiele:

MEMORIAL MUSEUM - NAKED ISLAND
GOLI OTOK  |  CROATIA  |  Entwurfsarbeit 2014

Ein Bewusstwerden von unmenschlichen Umständen:
Die Gedenkstätte „Naked Island“ interpretiert die Folterqualen die die ehemalig Inhaftierten auf sich nehmen mussten und zeigt sich als eine einsame künstliche Insel.
Eine kahle Plattform vermittelt den Besuchern das Gefühl von Unbehaglichkeit mit glühender Hitze im Sommer und eisigen Winden im Winter. Hat man den unscheinbaren Eingang ins Museum wahrgenommen, gelangt man in einen unerwarteten zentralen Lichtraum, der das ringförmige Ausstellungskonzept organisiert. Das Verhältnis von Ausstellungsinhalt und den am Anfang erlebten Zuständen wird dort theoretisch und physisch verständlich. Das orthogonale Skelett der Architektur basiert auf einem Quadrat und generiert eine Struktur für unterschiedliche Nutzungen.

Licht- und Temperaturkonzept:
Drei unterschiedliche Stimmungen: Zentralraum mit starken Licht- Schattenkontrasten und Außentemperatur. Ausstellungsraum mit schwachem Streiflicht und kühler Raumtemperatur. Seminarraum mit diffuser Lichtdecke und behaglicher Innentemperatur.

Kurze Werbepause

Was bedeutet das DETAIL Stipendium für dich bzw. was erwartest du dir davon?
Auszeichnung und Netzwerk.
Das DETAIL Stipendium ist für mich eine große Auszeichnung, aber auch eine Bestätigung im Laufe des Studiums mit meinem Streben und Handeln auf dem richtigen Weg zu sein. Die finanzielle Komponente, damit meine ich die monatliche Unterstützung, gewährt mir hohe Konzentration für den Endspurt meiner Ausbildung, ohne dabei wertvolle Zeit für Nebenerwerbstätigkeiten zu verlieren. Darüber hinaus erwarte ich mir nachhaltige Netzwerkbildung, die weit über den einjährigen Förderungszeitraum hinaus anhält. Dazu gehört für mich der inspirierende Austausch mit den anderen Stipendiaten und das Knüpfen wertvoller Kontakte mit DETAIL und SCHÜCO.  


Welchen Stellenwert hat die Architektur in deinem Leben und welche Themen beschäftigen dich sonst noch?
Leidenschaft und Natur.
Ich nenne es Leidenschaft – Leidenschaft etwas zu Schaffen und dabei Gedankengut in ein reales Gebilde zu verwandeln. Jedoch besteht bei mir kein Interesse daran im stetigen Wettbewerb Vorschläge für ein neues Bauvorhaben in möglichst kurzer Zeit und unter respektlosen Umständen zu produzieren. Ich sehe das als Verschwendung von Zeit und somit Verschwendung vom Leben. Stattdessen versuche ich weniger zu machen, aber das Wenige gut. Gut genug, um es der Gesellschaft zumuten zu können. Gute Gestaltung benötigt Zeit, Zeit um sich zu entwickeln, verändern und durchzusetzen.
Die Natur war und ist mein stetiger Wegbegleiter. Auch wenn man schon zum hundertsten Mal - so wie ich als Marathonläufer - den selben Pfad abgelaufen ist, entdeckt man immer wieder etwas Neues, das einem zum Nachdenken anregt. Nichts ist zu viel, alles macht einen Sinn. Jeder kann sich an diesem Phänomen erfreuen, der eine weniger, der andere mehr. Für mich wurde die Natur zum Vorbild meines Schaffens. Mit meinen Beiträgen strebe ich nach längerer Beständigkeit anstatt kurzlebigen Modeerscheinungen.

Wäre Architektur keine Leidenschaft für mich, würde ich mich anderen, einfacheren Sachen widmen. Ich hoffe einmal behaupten zu können, meine Gestaltung ist gute Gestaltung. Gute Gestaltung ist vollkommen, wie die Natur.

 

Über das kommende Jahr hinweg werden die einzelnen Sitpendiaten auf www.detail.de abwechselnd über ihre Studienarbeiten, Reisen und Erlebnisse berichten.

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