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Kulturhalle in Berching von Kühnlein Architektur, Foto: Erich Spahn

Steiles Dach für die hohe Kunst: Kulturhalle in Berching von Kühnlein Architektur

Die 8500-Einwohner-Stadt Berching liegt zwischen Regensburg und Nürnberg mitten in Bayern und zeigt, dass Baukultur in Deutschland auch abseits der großen urbanen Zentren gepflegt wird. Am Rande der Altstadt hat das ortsansässige Büro Kühnlein Architektur ein Gebäudeensemble der besonderen Art geschaffen. Die Architekten sanierten das lange leerstehende, historische Hotel Post und errichteten daneben, am Ufer des Flusses Sulz, die neue Berchinger Kulturhalle. Benannt ist sie nach dem wohl berühmtesten Sohn der Stadt, dem Opernkomponisten Christoph Willibald Gluck, der 1714 im nahe gelegenen Erasbach das Licht der Welt erblickte.

Nahezu 60 Grad steil ragt das große, ziegelgedeckte Giebeldach der Halle über den Platz empor. Seine Form ist an die Typologie historischer Scheunen aus der Region angelehnt, passt aber auch gut zur Architektur der umliegenden Altbauten. Das Baumaterial stammt aus dem städtischen Wald. Fichte diente als Konstruktionsholz für die Dach- und Giebelflächen, Schwarzkiefer für das ornamentale Diagonalgitter an den Fassaden. Die Holzoberflächen wurden mit traditioneller Quark-Kaseinfarbe gestrichen. Nur der eingeschossige Nebentrakt mit Flachdach musste aus Brandschutzgründen aus Sichtbeton errichtet werden. Er beherbergt Sanitäranlagen, Küche und Lagerräume.

Die Innenausstattung haben die Architekten bewusst schlicht und kostengünstig gehalten. Ein beredtes Beispiel sind die dimmbaren Kronleuchter aus Industrie-Leuchtröhren unter der Saaldecke. Der Dachstuhl darüber ist ein doppeltes Kehlbalkendach, dessen unterer Querbalken gegenüber der üblichen Ausführung nach oben verlegt wurde und mit Stahlseilen diagonal zu den Dachauflagern abgespannt ist. Die Fischgrätschalung der Decken- und Wandflächen mit verschiedenen Fugenanteilen dient der Raumakustik und regelt die Nachhallzeit. Gleichzeitig steift sie das Tragwerk aus. Um Zeit auf der Baustelle zu sparen, bestehen sowohl der Stahlbetonbau als auch das Holztragwerk und das Dach der Halle komplett aus vorgefertigten Elementen.

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