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Foto: Julien Lanoo

Stein des Anstoßes: Maison Stéphane Hessel in Lille

Stéphane Hessel (1917-2013) war Widerstandskämpfer, Diplomat, Schriftsteller und Überlebender des KZ Buchenwald. In eine Alter, da andere politische Aktivisten längst aufs Altenteil zurückgezogen haben, machte er 2011 mit seiner Streitschrift »Empört euch!« europaweit von sich reden. Im gleichen Jahr wurde Hessel auch zum Ehrenbürger von Lille ernannt. Nun hat die nordfranzösische Stadt einen Neubau für überwiegend junge Nutzer nach Hessel benannt. Passenderweise, muss man sagen, wollte Hessel doch mit seiner Streitschrift vor allem die Generationen seiner Enkel und Urenkel zur politischen Widerborstigkeit anstiften.

Der sechseckige Neubau des Büros JDS steht an der Porte de Valenciennes im Südosten von der Innenstadt, etwa eineinhalb Kilometer vom Grand Palais und dem Büroviertel Euralille entfernt. In seinem Inneren vereint er auf knapp 7000 Quadratmetern drei sehr unterschiedliche Nutzungen: eine Kinderkrippe für 70 Kinder, eine Jugendherberge mit 200 Betten und Büroflächen für Sozialunternehmen und Firmen aus den Bereichen Umwelttechnologie und erneuerbare Energien.

Andere Architekten hätten das Raumprogramm vielleicht auf unterschiedliche Ebenen verteilt. JDS entschieden sich stattdessen, an jedem Ende des Gebäudes eine andere Nutzung unterzubringen. Als gemeinsame Mitte und Ort der Begegnung zwischen Übernachtungsgästen, Büroangestellten und Kita-Mitarbeitern fungiert ein dreieckiger Innenhof. Die Kinderkrippe besitzt darüber hinaus einen zweiten, kleineren Lichthof und eine Dachterrasse, um auch den jüngsten Nutzern den ungestörten Aufenthalt im Freien zu ermöglichen.

Ein wenig mutet das inmitten größerer Wohnblocks gelegene Gebäude an, als sei es nur temporär auf seinem verkehrsumtosten Bauplatz gelandet. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass der Neubaukomplex an seinen drei Stirnenden jeweils um ein Geschoss emporkragt. Darunter führen die drei Haupteingänge in die Jugendherberge, die Büros und die Kindertagesstätte. Mit diesem Schritt wollten Architekten die Grenze zwischen privat und öffentlich bewusst verschwimmen lassen. 

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