You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Symposium New Exhibition Design: Interdisziplinär Denken

Neues Ausstellungsdesign war das Thema des diesjährigen Symposiums der Peter Behrens School of Architecture und des Design Departments an der Fachhochschule Düsseldorf. Dabei sollte das Berufsbild eines Exhibition Designers diskutiert werden. DETAIL war als Medienpartner vor Ort.

Das von Edgar Haupt moderierte Symposium wurde organisiert vom ersten fachbereichsübergreifenden Institut, dem Exhibition Design Institute (edi), das seit kurzem den Masterstudiengang Exhibition Design in Düsseldorf anbietet. Daran anknüpfend kamen im ersten Teil des Symposiums die Lehrenden und Studierenden des Studiengangs zu Wort und erklärten wie sie sich die Zukunft in diesem sehr speziellen Aufgabenfeld vorstellen.

Der Dekan der Peter Behrens School of Architecture Professor Dierk van den Hövel stellte klar, dass Architekten mehr könnten als (nur) Häuser zu bauen. Um dieses „mehr“ auf den bereich Ausstellungsdesign anzuwenden, bedürfe es aber der Kommunikation und Mithilfe von Designern. Deshalb erscheine eine Zusammenarbeit dieser Professionen sinnvoll. Man wolle am edi gezielt die Lehre aber auch die Forschung am Raum als Kommunikationsträger vorantreiben.

Professor Uwe Reinhardt und Proffessor Philipp Teufel, beide Lehrende im Masterstudiengang erklärten, das der Wunsch für einen solchen Masterstudiengang auch aus Reihen der ansässigen Unternehmen in Düsseldorf kam. Natürlich hatte der Studiengang auch eine Vorgeschichte innerhalb der Düsseldorfer Fachhochschule. So gab es schon in den letzten Jahren einige gemeinsame Projekte von Architektur- und Design-Studenten.

Einer ersten Masterstudenten Tobias Jochinke zeigte dann eben auch diese Beispiele der Zusammenarbeit und was bisher im frisch gestarteten Studiengang passierte. 

Im zweiten Teil sollte die Praxis im Vordergrund stehen. Im Exhibition Design tätige Innen-Architekten, Designer und Kulturwissenschaftler sowie potenzielle Auftraggeber zeigten anhand von Beispielen praxistaugliche Wege zur Entwicklung von Unternehmens- und Marktstrategien.

Zu Wort kam der Schweizer Architekt Tristan Kobler von Holzer und Kobler aus Zürich, der vom Praxisalltag eines „Ausstellungsarchitekten“ berichtete. Ausstellungsarchitektur umfasse ein so weites Tätigkeitsfeld, was man auch an den verschiedenen Aufträgen in diesem Bereich spüre: vom „Wir sind eigentlich schon fast fertig“-Projekt bis zum „Wir hätten da Platz, machen Sie mal ne Ausstellung“-Kunden sei alles möglich. Kobler beschieb die herangehensweise seines Büros an Ausstellungsaufgaben als subjektiv und ironisch. Denn jede Ausstellung müsse subjektiv auf den Besucher wirken, um ihn zu begeistern. Und mit Ironie im Ausstellungskonzept könne man diese Begeisterung noch erweitern. Als Grundvoraussetzung zur Planung einer guten Ausstellung müsse aber vor allem die Organisation geklärt sein. Wie solche gelungenen Exhibition Designs dann aussehen, zeigte Kobler anhand von sechs Projekten, darunter auch die Ausstellung im Besucherzentrum „Arche Nebra“ in Wangen.

Die Kulturwissenschaftlerin und Ausstellungsmacherin Nicola Lepp aus Berlin sprach anschließend über die Schnittstelle von Inhalt und Gestalt. Diese Schnittstelle, die sie als „Ausstellungsregie“ bezeichnete, müsse die Konzepterstellung sein. Dabei solle zunächst eine Auswahl der richtigen Objekte zur gewünschten Darstellung des Themas erfolgen. Erst danach sollte die Gestaltung mit einbezogen werden. Ob man dafür eine zusätzliche Person braucht oder diese Tätigkeit im Aufgabenfeld des Ausstellungsarchitekten sehen sollte bleibt dabei offen.

Der dritte Vortragende war dann der niederländische „Eventarchitekt“ Hermann Verkerk. Sein Amsterdamer Büro „Eventarchitectuur“ nimmt architektonische und städtebauliche Aspekte auf, um „Interior Landscapes“ für Ausstellungen zu entwickeln. So konzipierte er einige interaktive Ausstellungen, in denen die Besucher selbst bestimmten, was in der Ausstellung zu sehen ist. Das Design bot lediglich die Umgebung für die Objekte an. Die Projekte, die sich dabei entwickelten reichen von einer Archivausstellung im Keller von Rem Koolhaas` OMA bis zu einer Ausstellung eines Modelabels, bei der man zunächst Löcher in die Wände schlagen musste, um die Ausstellungsstücke sehen zu können. Sehr interessant war auch eine Modeschau, die den Besucher nur in die Garderobe der Models einließ, dafür aber die Fotografen an den Mini-Catwalk verbannte. Trotz der Sprachschwierigkeiten Verkerks ein gelungener Einblick in dessen Arbeit.

Eine innovative Herangehensweise an alle ihre Projekte fordert die D`Art Design Gruppe aus Neuss. Anhand zweier Beispiele zeigten Freddy Justen und Guido Mamczur zusammen mit einem ihrer Auftraggeber Heinrich Hagemann von Phillips lighting was in der Praxis neben dem Design bei der Auftragsabwicklung wichtig ist. Sie definierten vier Punkte, die für den Erfolg eines Exhibition Designs notwendig sind: Es brauch nach ihren Worten eine ausgefeilte Präsentationsdramatik, um die eigenen guten Ideen auch dem (potenziellen) Auftraggeber darzustellen. Man sollte daneben verstehen, wie der Auftraggeber funktioniert, also wie beispielsweise eine Unternehmensstruktur von Phillips entscheidet. Denn die beste Präsentation nutze nichts, wenn sie bei den falschen Personen zum falschen Zeitpunkt gezeigt wird. Die dritte Eigenschaft als Ausstellungsdesigner ist eine Stressresistenz, vor allem bis Fertigstellung des Projekts. Und als vierten Punkt für den Erfolg nannten die drei Redner die Betreuung und Analyse des Konzepts während und nach der Nutzung.


FAZIT: Das Symposium hielt was es versprach: Aufzeigen von praxistauglichen Wegen zur Entwicklung von Unternehmensstrategien im Diskurs zwischen Lehre und Praxis. Schade nur, dass fast ausschließlich Studenten den Vorträgen lauschten. Einigen Architekten hätte dieses Symposium vielleicht auch den einen oder anderen Denkanstoß geliefert.

Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.