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Stockholm, Terrakotta, urban design, Heizkraftwerk

Terrakotta XXL: Heizkraftwerk in Stockholm

Das Värtaverket-Heizkraftwerk im Nordosten von Stockholm existiert bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Dass es einmal eine wichtige Rolle bei der Elektrifizierung der Stadt spielte, lässt sich heute nur noch an dem Hauptgebäude von 1903 erahnen. Der Ziegelbau stammt von Ferdinand Boberg, einem der wichtigsten Jugendstilarchitekten Schwedens.

An die Architektur des historischen Nachbarn knüpfen auch Urban Design und Gottlieb Paludan Arkitekter mit dem neuen Kraftwerksblock KVV8 an. Der Neubau ist das größte mit Biomasse befeuerte Heizkraftwerk Schwedens und eines der größten der Welt. Er soll rund 200 000 Haushalte mit CO2-neutraler Wärme versorgen. Bei ihrem Entwurf standen die Architekten vor der Herausforderung, die Ziegelästhetik von Bobergs Fassaden in eine zeitgemäße Architektursprache zu übersetzen und an einem großenteils in industrieller Fertigbauweise erstellten Gebäude kosteneffizient umzusetzen. Dazu nutzten sie großformatige Terrakottaelemente, die als hinterlüftete Fassadenverkleidung vor der gedämmten Gebäudehülle angebracht sind.

Der weitaus größte Teil des Neubaus ist mit flachen Strangpressplatten aus Terrakotta verkleidet, die paarweise V-förmig auskragen und der Fassade so ein markantes vertikales Relief verleihen. An der Nordfassade, rund um den Haupteingang ins Gebäude, weicht die profilierte Fassadenhülle einer einfacheren Verkleidung aus ebenen Strangpressplatten. Eine dritte Terrakotta-Variation aus stabförmigen, sogenannten Baguette-Elementen ist an dem zurückgesetzten Dachgeschoss des Kraftwerks zu finden.

Nur wenige Öffnungen durchbrechen die homogene Terrakottahülle. Vor den Fensterbändern des Gebäudes laufen die V-förmigen Elemente zumeist durch, da diese nur Licht hereinbringen, aber keine Blicke ins Freie zulassen müssen. Nur auf der Nordseite gibt es einige größere verglaste Öffnungen. Vor den Zuluftgittern der Transformatorenräume ist eine Lochblechverkleidung Ton in Ton mit den Terrakottaelementen angebracht. Sichtbare Zäsuren bilden somit nur die Eingangstüren sowie einige automatisch gesteuerte Metallluken im oberen Fassadenbereich, die bei Verpuffungen im Kesselhaus einen Druckausgleich herstellen sollen.

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Weitere Informationen:

Landschaftsarchitekten:
Land Arkitektur, Stockholm (SE)
Terrakottafassade: NBK, Emmerich (DE)

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 1+2/2019 mit dem Themenschwerpunkt »Materialästhetik«.
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2019
DETAIL 1+2/2019, Materialästhetik

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