You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Hunor Holló

The show is going on: Felsentheater in Ungarn

Direkt an der Grenze zu Österreich, wenige Kilometer von Sopron entfernt, liegt die ungarische Gemeinde Fertörákos. Sie ist Teil des österreichisch-ungarischen Unesco-Welterbes »Fertö/Neusiedler See«,  wo bereits in der Römerzeit der weiße, gut zu bearbeitende Leitha-Kalkstein abgebaut wurde. Im Inneren des aufgelassenen Steinbruchs entstanden in der Folge riesige Räume mit einer einzigartigen Akustik, die seit den 1970er-Jahren ein bekanntes Felsentheater beherbergten. Die mehr oder weniger ungeordnete und wenig durchdachte Planung des Areals mit temporärem Charakter fand bei Einheimischen sowie Touristen allerdings wenig gefallen. Auf die Schließung aus Sicherheitsgründen im Oktober 2011 folgten Umbauarbeiten, die die Modernisierung der bizarren Bühnenräume, die Installierung modernster Licht- und Tontechnik, die Schaffung neuer Ausstellungsflächen zur erdgeschichtlichen Bedeutung der Region sowie die Einrichtung einer zeitgemäßen Infrastruktur betrafen.

Die Stadt Sopron entschloss sich, mithilfe von EU-Fördergeldern für einen Neuentwurf  des Felsentheaters und beauftragte das ungarische Architekturbüro archi.doc. Die Architekten teilten das Gelände in die drei Bereiche Theater, Ausstellungsbereiche sowie Nebengebäude und integrierten Tunnel, Rampen und Mauern bestmöglich in den Steinbruch, der damit als eigenwillige und schroffe Naturlandschaft erhalten bleibt. Für die gesamte Bühnentechnik und Infrastruktur wurde eigens ein Geschoss unter der Bühne geschaffen. In den dadurch frei werdenden Bereichen sind nun die Ausstellungsräume für den neu ins Leben gerufenen »Miocene Park« untergebracht, der die prähistorische Geschichte der Region zeigt.

Da das Gelände unter Natura2000-Schutz steht, wurden für die Verwaltung, den Ticket- und Souvenirladen sowie für die sanitären Anlagen anstatt eines großen Nebengebäudes drei kleinere Baukörper errichtet. Deren mit seltenen Gräsern begrünte Dächer verweben sich mit der umgebenden Landschaft. Der Abbruchstein aus den Bauarbeiten im Felsentheater wurde für gravierte Steinblöcke, Wandverkleidungen oder als Füllmaterial weiterverwertet.

Kurze Werbepause

Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.