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Titanzinkfassade für den Prototyp der neuen Umspannwerke in Dänemark

Umspannwerk in Dänemark
Alle Fotos: Hersteller

Energinet.dk, der Betreiber des dänischen Stromübertragungsnetzes, baut derzeit seine Leitungskapazitäten aus. Für die dazu notwendigen GIS-Umspannwerke ließ das Unternehmen das Architekturbüro C. F. Møller ein Gebäudekonzept entwerfen, das sich individuell an die örtlichen Gegebenheiten und technischen Erfordernisse anpassen lässt. Die Aufgabe der Planer bestand darin, ein Bauwerk zu entwickeln, das die hochwertige Technik unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften beherbergt, flexibel erweiterbar ist und ein ansprechendes Äußeres besitzt. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben entwarfen die Planer ein modular aufgebautes Gebäude, das mit hintereinander angeordneten dreieckigen Fassadenelementen an die Kiemen von Fischen erinnert.

Für die Umsetzung des Entwurfs wurde das Architekturbüro Kærsgaard & Andersen als Projektberater hinzugezogen. Seine erste Aufgabe bestand darin, geeignete Materialien für die Fassadenbekleidung zu finden. Gemeinsam entschieden sich Bauherr und Architekten für Titanzink von Rheinzink GmbH & Co. KG. Weil die neuen Umspannwerke die meiste Zeit des Jahres unbeaufsichtigt sind, war vor allem die Tatsache ausschlaggebend, dass dieses Material über die gesamte Lebensdauer absolut pflege- und wartungsfrei ist. Der Grund dafür ist die schützende Patina, die sich durch das Regenwasser und das Kohlendioxid in der Luft von selbst und nach Beschädigungen immer wieder neu bildet. Um diesen Effekt von Anfang an hervorzurufen, hat Rheinzink ein spezielles Beizverfahren entwickelt, mit dem das Titanzink bereits werksmäßig den Farbton erhält, den es durch die Bewitterung ohnehin bekommen würde. Die besondere Fähigkeit, diese Schutzschicht zu bilden, bleibt dabei vollkommen erhalten. Um den Rhythmus der Kiemenstruktur zu unterstreichen, entschieden sich die Beteiligten dafür, an den langen Fassaden Rheinzink-PrePatina schiefergrau und an den Giebeln die Qualität Rheinzink-prePatina blaugrau einzusetzen.

Das erste GIS-Umspannwerk Dänemarks wurde in Revsing bei Vejen errichtet. Realisiert wurde es mit einer weißen Wanne für den Technikkeller (Ein- und Ausgang der Stromleitungen) und einer Stahlskelettkonstruktion für die Schalterhalle, die mit einem Kopfbau für den Relaisraum, den Kontrollraum sowie Mitarbeiterräumen ergänzt ist. Das Dach ist als Sheddach mit gedämmten Sandwichplatten ausgeführt. Die Verlegung der Fassadenbekleidung basiert auf folgendem Aufbau: 16 mm Zementspanplatte, Holzschalung, 45 mm Dämmung zwischen Z-Profilen, Dampfbremse, Außenwandprofile aus verzinktem Stahl (Knauf/Danogips RY250) mit 245 mm Mineralwolle, 8 mm Zementspanplatte als Wind- und Wassersperrschicht, 25 mm Hutprofile mit Ventilationsschlitzen und Titanzink.

Die Fassadenbekleidung wurde mit Steckfalzpaneelen
realisiert. Diese Verlegetechnik bietet den Vorteil, dass die Paneele im Nut-Feder-System mit einer variablen Fugenbreite von 0 bis 30 mm ausgebildet werden können. Das Titanzink wurde als Tafelmaterial in einer Länge von 3000 mm und in drei verschiedenen Breiten an den Händler geliefert. Er kantete es zu den Steckfalzpaneelen sowie einigen Standard-Anschlussprofilen und transportierte alles an die Baustelle. Bei der Verlegung stellte die Geometrie des Gebäudes den Verarbeiter vor große Herausforderungen, denn die dreieckigen Fassadenteile stehen horizontal und vertikal schräg. Weil jedes Paneel einzeln ausgemessen und ­zugeschnitten werden musste, erfolgte der Zuschnitt auf Länge vor Ort. Saubere Arbeit erforderte die Ausbildung der Fuge zwischen Anschlussprofilen und Paneelen, denn sie musste genauso breit sein wie die Fugen zwischen den einzelnen Paneelen.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2015

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