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Dundee, Scotland, Museum, Kengo Kuma & Associates

Tor zwischen Stadt und Meer: V&A Museum in Dundee

Der Neubau des V&A Museums in Dundee beherbergt das erste schottische Designmuseum und besetzt ein prominentes Grundstück am ehemaligen Hafen. Das Projekt ist Teil eines umfangreichen Transformationsprozesses, der die Anbindung des umliegenden Viertels mit dem Stadtkern stärken soll.

Das Büro von Kengo Kuma & Associates gewann 2010 den international ausgelobten Wettbewerb mit einem Entwurf, der die stark zerklüfteten Formen des Ostküste Schottlands aufgreift. Das Äußere des Bauwerks gleicht zwei umgedrehten, im Erdgeschoss noch voneinander getrennten Pyrami-denstümpfen, die sich im Obergeschoss miteinander verbinden. Dadurch bildet das Haus einen Torbogen, der den freien Blick vom Stadtzentrum auf den Fluss Tay ermöglicht.
    
Die Fassade des Gebäudes ist wesentlich durch die Verkleidung von Betonwerksteinlamellen bestimmt, die je nach Licht- und Wetterlage wechselnde Schatten werfen. Von Weitem mutet die Lamellenfassade aufgrund der durchgehenden Linien zunächst einfach an. Beim Blick aus der Nähe offenbart sie jedoch ihre ganze Komplexität. Neben der anspruchsvollen Geometrie werden hier auch die unterschiedlichen Höhen der Lamellenelemente sichtbar.

Der Eingangsbereich des Museums wiederholt das Motiv der Lamelle im Innenraum. Die linearen Wandverkleidungen sind hier in Eichenholz ausgeführt und empfangen den Besucher mit einer warmen Raumatmosphäre. Eine großzügige Treppenanlage sowie ein Lift führen von hier zu dem großzügigen Ausstellungsbereich im Obergeschoss.

Der maritime Kontext des Standorts ist auch Thema der groß angelegten Eröffnungsschau »Ocean Liners – Schnelligkeit und Stil«, die die Geschichte der Luxusliner an Hand von Fotos, Kunstwerken und zahlreichen Designobjekten erzählt. Neben Ausstellungsstücken aus den Bereichen der Mode, der Grafik sowie des Schmuck-Designs ist hier auch das Fragment einer Inneneinrichtung der Titanic zu sehen.

In der Ausstellung über schottisches Design empfiehlt sich insbesondere der Besuch des originalgetreuen Wiederaufbaus des »Oak Room«, einer Teestube, die der schottische Architekt und Jugendstil-Designer Charles Rennie Mackintosh im Jahr 1907 realisierte. Die Einrichtung kann, nachdem sie vor drohender Zerstörung am Originalort entfernt und eingelagert wurde, nach fast 50 Jahren erstmalig wieder besichtigt werden.




Weitere Informationen:

Verantwortliche Partner: Kengo Kuma, Yuki Ikeguchi, Teppei Fujiwara
Projektarchitekt:
Maurizio Mucciola
Ausführungsplanung:
PiM.studio Architects
Partnerarchitekten:
James F Stephen Architects
Tragwerksplanung, Wasserbauingenieure, TGA-Planung, Elektroplanung, Brandschutz, Akustik, Fassadenplanung, Lichtplanung: Arup
Landschaftsarchitekt:
Optimised Environments (OPEN)
Kostenplanung: CBA
Leitsystem:
Cartlidge Levene
Entwurfsberatung:
C-MIST
Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 11/2018 mit dem Themenschwerpunkt »Licht und Raum«.

Weitere Artikel zur Ausgabe DETAIL 11/2018 finden Sie hier.
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 11/2018
DETAIL 11/2018, Licht und Raum

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