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Tragwerks-Detail: Betontragwerk in Rautenform im Yellow Building

Bauherr: Nottingdale Ltd., Monsoon Accessorize
Architekten: Allford Hall Monaghan Morris, London
Simon Allford
Tragwerksplaner: Adams Kara Taylor, London
Anschrift/Standort: 1 Nicholas Road, GB–London W11 4AN

Yellow Building, ahmm
Foto: Christian Schittich, München

Ein beeindruckendes, gebäudehohes Atrium mit einem einprägsamen Betontragwerk kennzeichnet das »Yellow Building« im Westen Londons. Für den Bauherrn, ein britisches Modelabel, hatten die Architekten schon einige Jahre zuvor ein ehemaliges Eisenbahndepot zur Hauptverwaltung umgebaut. Diese Loftatmosphäre sollte im neuen Unternehmenssitz wiederbelebt werden. Ebenso legten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen tiefe Geschossflächen mit einer einfachen, industriell anmutenden Ästhetik nahe.

Yellow Building, ahmm

»Wir bezeichnen das Yellow Building als "White Collar Factory", eine Art Verwaltungsfabrik – ein Begriff, den wir für die Neuerfindung eines Bürotypus aus dem späten 20. Jahrhundert für die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts kreiert haben. Ein Typus, der Eleganz in der Ökonomie und Großzügigkeit durch Effizienz anstrebt. Die Eleganz liegt in der Strategie des Gebäudelayouts und bedeutet in diesem Fall ein einfaches kubisches Volumen aus gestapelten tiefen Geschossplatten, gegliedert und belichtet von einem Atrium. Dieser Luftraum wird zum öffentlichen Raum und beherbergt eine Treppe als Promenade. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sitzt der Hauptkern als gesondertes Bauteil außerhalb des Hauptvolumens. In der Folge erhält man durchweg großzügige Räume.

Yellow Building, ahmm

Diese Lösung generiert klare, miteinander verbundene fabrikähnliche Geschosse, aber keine aussteifenden Wände. Um die Konstruktion zu stabilisieren, entwickelten wir zusammen mit unseren Tragwerksplanern Adams Kara Taylor (ATK) eine umlaufende Gitterstruktur, angelehnt an das Konzept der steifen Röhre bei Hochhäusern. Gleichzeitig wirkt die Dreiecksstruktur identitätsstiftend für das ganze Gebäude.
Wir optimierten die Gitterstruktur hinsichtlich des Materialverbrauchs und des ästhetischen Ausdrucks mittels parametrischer Software. Die Standardlösung für eine geneigte, offensichtlich komplexe Geometrie wären vorgefertigte Betonelemente. Wir wollten aber eine Ortbetonstruktur, die potenzielle Kosten- und Zeitvorteile bietet und gleichmäßige Oberflächen wie bei den unverkleideten, thermisch wirksamen Betondecken entstehen lässt.

Yellow Building, ahmm

Letztlich wurden Wand-Schalungselemente für die inneren und äußeren Flächen der Stützen verwendet, dazwischen V-förmige, auf unterschiedliche Neigungswinkel justierbare und somit wiederholt nutzbare Einsätze. Dies ermöglicht eine ausgeklügelte, dennoch effiziente und expressive Struktur, deren Stützen sich nach oben hin entsprechend der Lasten verjüngen. Richtung Grund weitet sich die Gitterstruktur, um in den öffentlichen Galeriebereichen größere Spannweiten ohne Unterfangungen zu ermöglichen.

Im Innern ist die Gitterstruktur deutlich sichtbar, von außen bekommt man sie durch die Fassade hindurch flüchtig zu sehen. Eine gezackte ›Krone‹ als oberer Abschluss, die den Kubus zusätzlich charakterisiert, lag nahe. Darüberhinaus ermöglicht das leichte Sheddach mit langen Querträgern den Verzicht auf weitere Mittelstützen in den hier beheimateten Designstudios.«

Foto: Christian Schittich, München
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2010

Bauen mit Beton

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