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Transluzente Membranhülle: Experimentalhaus in Taiki

von Andreas Gabriel

In Zusammenarbeit mit dem nationalen japanischen Institut für Umwelttechnologie entwickelten die Architekten ein prototypisches Experimentalhaus als Studie für umweltverträgliche, zukunftsfähige Architektur. Das Haus mit etwa 80 Quadratmetern Grundfläche liegt im Süden von Hokkaido, Japans nördlicher Halbinsel und wird unter den teils extremen Wetterbedingungen vor Ort getestet.

Architekten: Kengo Kuma & Associates, Tokio
Standort: 158-1 Memu, Taiki-cho, Japan
Tragwerksplaner: Yashushi Moribe, Tokio
Bauherr: LXIL JS Foundation, Tokio

Die tragende Struktur besteht aus einem Lärchenholzskelett, das außen mit einer diffusionsoffenen Kunststoffmembran umhüllt ist und innen mit einem über Klettbänder befestigten und jederzeit abnehmbaren Glasfasergewebe bekleidet wurde. Die Konstruktionsweise erlaubt eine einfache Montage und Demontage des Gebäudes. Die Bilder zeigen verschiedene Stadien des Bauvorgangs, von der Errichtung des Holzskelettbaus über die Vorkonfektionierung und Montage der Membranhülle bis zur Anbringung der inneren Gewebebahnen.

Das Holzskelett ist ringsum mit einem Subsystem aus Metallprofilen zur Befestigung der Membran versehen.

Die äußere Membran wurde werkseitig vorkonfektioniert und am First beginnend in großen zusammenhängenden Einheiten aufgebracht.

Im Membranzwischenraum befindet sich eine aus PET-Flaschen recycelte transparente Polyesterfaserdämmung. Der Wandaufbau beruht auf der Idee, dass die konvektion der Luft im Membranzwischenraum zu einem angenehmen Klima im Innenraum beiträgt.

Das innere Gewebe ist über Klettbänder befestigt und lässt sich zu Untersuchungszwecken und zur Veränderung des Aufbaus jederzeit abnehmen. In Wände, Dach und Böden integrierte Sensoren sammeln Informationen über die seismische Belastung und den Wärmedurchgang der Bauteile und Materialien.

Bei der Planung bezogen sich die Architekten auf die »Chise« genannten Wohnhäuser der Ainu, der Ureinwohner Nordjapans. Die Chise wurden direkt auf dem Erdboden platziert, mit einer Feuerstelle im Zentrum, die permanent in Betrieb gehalten wurde, um die Strahlungswärme des so erwärmten Bodens zu nutzen.


Eine ausführliche Print-Dokumentation zum Projekt lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe DETAIL 2013/1+2 zum Thema »Transparent und Transluzent«.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2013

Transparent und Transluzent

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