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Frener+Reifer, Fassade, Zürich

Transparenz, Spiegelung und gewellte Außenform: Die Fassade des Neubaus der Swiss Re in Zürich

Entlang der Seepromenade des Züricher Mythenquais fädeln sich seit über 100 Jahren die Konzern-zentralen vieler bedeutender Versicherungsunternehmen wie an einer Perlenschnur auf. Zuletzt haben Diener & Diener das Gebäudeensemble durch den Neubau der Swiss Re ergänzt, der die über-wiegend steinerne Häuserfront um eine nahezu immateriell erscheinende Doppelfassade aus Glas bereichert.

Die zweilagige Außenhülle ist dem Bauwerk vorgelagert. Die kraftschlüssige Verbindung erfolgt über Konsolen aus Edelstahl, die an der Stahl- / Beton- Verbundkonstruktion des Gebäudetragwerks befestigt sind. Als thermische Hülle fungiert die innere Dreifachverglasung mit Scheibengrößen von 1,7 m Breite und 3,5 m Höhe. Sie wird von einer Pfosten-Riegel-Fassade gehalten, die innen mit spiegelpolierten Edelstahlblechen und außen mit Abdeckleisten aus spiegelpolierten Edelstahlprofilen verkleidet ist.

Der Fassadenzwischenraum ermöglicht die Hinterlüftung und die Wartung der Außenhülle, kann aber in Teilen auch von den Mitarbeitern als Loggia genutzt werden. Zusätzlich ist hier der Sonnenschutz angebracht, der durch die äußere Scheibe vor plötzlichen Windböen geschützt ist. Fertigteile aus Stahlbeton, die auf eine Stahlkonstruktion aufgelegt wurden, bilden die Böden des Zwischenraums und dienen darüber hinaus als fest stehender Sonnenschutz.

Die für die Gestalt des Hauses bedeutsame Außenhülle besteht auf einer Fläche von 6475 m2 aus Verbundsicherheitsglas-Elementen, die punktförmig oben und unten gehalten werden. Die Punkthalter sind an Zugstäben befestigt. Vor Montagebeginn wurden die Wellgläser werkseitig mit Edelstahlschuhen zur späteren Aufhängung verklebt. Die einzelnen Elemente wurden dann schrittweise von oben nach unten am Bauwerk montiert.

Die VSG- Elemente sind an Position zwei mit einer leicht silbrig wirkenden Sonnenschutzbeschichtung versehen und überlappen sich im Stoß mit offenen Fugen. Der dadurch sich ergebende freie Quer-schnitt von 8 % der Fassadenfläche ermöglicht die ungehinderte Be- und Entlüftung des Fassadenzwischenraums. Die zweite Fassadenebene optimiert zudem den Schallschutz der Außenhülle. Zur viel befahrenen Straße am Mythenquai beträgt die Verbesserung 4 bis 10 Dezibel.

Die äußere Fassadenhaut besteht aus Glaswellen in zwei Größen. Vom Erdgeschoss bis zum dritten Obergeschoss haben die Elemente eine Breite von 2,4 m bei einer Amplitude von 46 cm. In den zwei obersten Etagen verringern sich Breite und Ausladung der Wellen auf jeweils die Hälfte. Dadurch he-ben sich die beiden Geschosse subtil vom Rest des Bauwerks ab und treten in Bezug zum Walmdach des benachbarten Altbaus sowie dem Attikageschoss des nördlich gelegenen Mythenschlosses.

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Weitere Informationen:

Bauingenieur: Ernst Basler + Partner
Technische
Gebäudeplaner: Dr. Eicher + Pauli

Landschaftsarchitekt: Vogt Landschaftsarchitekten

Arbeitsplätzegestaltung: Sevil Peach Gence Associates

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 1+2/2019 mit dem Themenschwerpunkt »Materialästhetik«.
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 1+2/2019
DETAIL 1+2/2019, Materialästhetik

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