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Christian Schittich, Übernachten in China, China

Übernachten in China: Das Hotel als Reiseziel

Detail: »Übernachten in China« stellt eine Auswahl einmaliger Übernachtungsmöglichkeiten vor, die in den letzten Jahren in China gebaut wurden. Wieso repräsentiert gerade die Typologie der Hotels in China eine neue Baukultur?
Christian Schittich: China ist im Wandel, der heimische Tourismus nimmt zu. Die neue reisefreudige, kulturinteressierte Mittelschicht findet immer mehr Gefallen am Reisen im eigenen Land – ein neuer Wirtschaftssektor vor allem in ärmeren Regionen. Gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach Individualität. Chinas »neue« Architektengeneration wiederum zeichnet sich aus durch individuelle Herangehensweisen, einen sensiblen Umgang mit Material und Raum sowie das Reagieren auf den jeweiligen Kontext. Das schafft interessante Möglichkeiten für die Umsetzung von Ideen.

Detail: Sie schreiben in der Einführung sinngemäß, dass die Typologie des Hotels so gut wie kaum eine andere dazu geeignet ist, Chinas neue Architektur zu repräsentieren. Wie lässt sich das begründen?
CS: So gut wie jeder führende Architekt beschäftigt sich mit der Bauaufgabe Hotel. Im Buch sind deshalb zahlreiche, namhafte Architekten wie beispielsweise Gong Dong, Neri & Hu oder Archstudio vertreten. Die ungemeine Vielfalt in den Entwürfen und Konzepten neuer Hotels resultiert aus einer gelungenen Kombination aus traditioneller chinesischer Architektur und westlichen Einflüssen: Hier macht sich die Ausbildung, der jungen chinesischen Architektengarde im Ausland bemerkbar.

Detail: Das derzeitige Bauwesen Chinas bringt man meist mit farbenfrohen Bauten, High-tech-Konstruktionen, und immer größeren, höheren und skurrileren Entwürfen in Verbindung. Die Architektursprache im Buch ist jedoch eine ganz andere. Wie lässt sich das erklären?
CS: Seit über 30 Jahren bereise ich regelmäßig China. Besonders in den letzten Jahren ist mir das wachsende Interesse an der eigenen Kultur und alten Traditionen aufgefallen. Architekten ebenso wie die politisch Verantwortlichen Chinas sehen zunehmend die Notwendigkeit, überlieferte Kulturgüter zu erhalten. Ein wichtiger Grundstein, um sanften Tourismus anzukurbeln und Urlaub im eigenen Land attraktiver zu gestalten. Zudem treibt es die Großstadtbewohner immer öfters kurzzeitig wieder aufs Land, um Abstand vom ständigen Trubel der Stadt zu bekommen.

Detail: Die Relevanz von Social Media ist heutzutage nicht zu leugnen, auch Sie schreiben davon – Stichwort »Instagramability«. Welchen Einfluss übt dieses Phänomen auf die Architektur aus?
CS: Selfies in sozialen Medien zu posten ist in China noch weit wichtiger als bei uns. Das fördert die Sehnsucht nach dem besonderen Ort und kann dazu führen, dass das Hotel oder die Unterkunft manchmal zum eigentlichen Ziel der Reise wird. In diesem Verlangen sehen sich Architekten aufgefordert, Individualität zu bieten und eine Antwort auf die Suche nach diesen Sehnsuchtsorten zu geben. So fördert der Anspruch an die Netztauglichkeit die Individualität in den Projekten.

Detail: Spielte die Social-Media-Präsenz bei der Projektauswahl eine Rolle?
CS: Nein, »Übernachten in China« soll eine große Bandbreite an unvergleichlichen Bauvorhaben der neuen Architekturströmung abdecken. Gute und vor allem eine sehr individuelle Architektur zu zeigen, stand im Mittelpunkt: ob im urbanen oder ländlichen Raum, unabhängig von der Bettenzahl und losgelöst vom Bekanntheitsgrad des Architekten.

Die Publikation ist hier im DETAIL Online Shop erhältlich.

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