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Und er bewegt sich doch

Allen Klageliedern um den angeblichen Modernisierungsstau zum Trotz: Es tut sich etwas im deutschen Gebäudebestand. Der Heizenergieverbrauch deutscher Wohngebäude ist von 2002 bis 2010 um durchschnittlich 22 Prozent gesunken, wie eine Auswertung der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online ergab.

Daniel Bleyenberg/pixelio

Durch die langjährige Energieberatung im Internet und das Erstellen von schriftlichen Heizgutachten verfügt co2online über rund eine Million Gebäudeenergiedaten. Die Daten decken nach Angaben der Beratungsgesellschaft etwa zehn Prozent der beheizten Fläche in Deutschland ab.

Die Analysen zeigen zwischen 2002 und 2010 einen jährlichen Rückgang des Heizenergieverbrauchs um 2,75 Prozent. Benötigte ein Wohngebäude 2002 noch durchschnittlich 161 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr, waren es 2010 nur noch 126 Kilowattstunden.

„Die Ergebnisse zeigen einen positiven Trend in der Entwicklung der Energieeffizienz der Wohngebäude in Deutschland und liefern gleichzeitig den Anreiz, die heute vorhandenen Einsparpotenziale im Bereich der energetischen Gebäudesanierung verstärkt auszuschöpfen“, sagt Dr. Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer von co2online. Denn Wohngebäude in Deutschland sind mehrheitlich Altbauten, rund 75 Prozent von ihnen wurden vor 1979 gebaut. In diesen Bestandsbauten liegen die Einsparpotenziale beim Heizenergieverbrauch besonders hoch.

Sanierungstempo muss dennoch gesteigert werden
„Maßgeblich für die bisher erzielten Einsparungen sind gesetzliche Vorgaben für den energetischen Zustand von Neubauten und für Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand, wie sie seit 1978 mit der ersten Wärmeschutzverordnung und später mit der EnEV eingeführt wurden“, so Hengstenberg. Mit rund 80 Prozent fällt der größte Teil des Energieverbrauchs in Privathaushalten auf den Bereich Heizen und Warmwasserbereitung. „Will Deutschland seine Klimaschutzziele bis 2020 erreichen, muss das Tempo bei der Ausschöpfung der vorhandenen Einsparpotenziale jetzt gesteigert werden. Notwendig ist dabei ein Dreiklang aus fordern, fördern und informieren, um die Bürger zu Effizienzmaßnahmen zu motivieren.“

Mit dem Portal www.heizatlas.de informiert co2online darüber hinaus über den Heizenergieverbrauch und die Sanierungsquote von Wohngebäuden in Bundesländern, Kreisen und Kommunen. Dabei zeigt sich nach wie vor ein regionales Ungleichgewicht, das bereits in ähnlichen Erhebungen in der Vergangenheit erkennbar war: Die sparsamsten Wohngebäude in Deutschland stehen im Süden und Osten, die größten Verbraucher hingegen im Norden der alten Bundesländer. Während durchschnittliche Wohngebäude in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern 132 kWh/m²a Heizenergie und in Bayern 136 kWh/m²a verbrauchten, lagen die Werte für Schleswig-Holstein bei 147 kWh/m²a und für Hamburg bei 155 kWh/m²a.

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