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Uneingeschränkte Mobilität im neuen Flughafenterminal Berlin Brandenburg

Aufzüge von Schindler bei Airport Berlin Brandenburg
Foto: Jan Bitter

Wenn am 3. Juni der neue Airport Berlin Brandenburg (BER) den Regelbetrieb aufnimmt, wird er auf einen Schlag der drittgrößte Flughafen der Republik sein. 27 Millionen Fahrgäste pro Jahr sollen zunächst abgefertigt werden. In den Folgejahren kann die Kapazität schrittweise auf bis zu 45 Millionen Passagiere ausgebaut werden. Eine Schlüsselrolle spielen die Mobilitätslösungen innerhalb des Gebäudekomplexes. Aus diesem Grund wurde beim BER der führende Aufzug- und Fahrtreppenhersteller Schindler hinzugezogen, der als Spezialist für den Flughafenbereich gilt und bereits viele der weltweit wichtigsten Airports ausgestattet hat. Entsprechend werden auch die Anlagen in Berlin gezielt auf die Bedingungen des Flughafenbetriebs ausgerichtet sein und sich optisch perfekt in die Architektur einfügen. Für den Entwurf des Airports verantwortlich zeichnen die beiden Büros gmp von Gerkan Marg und Partner und JSK Architekten. Ziel der Gestaltung war die größtmögliche Übereinstimmung von Struktur, räumlichen Zusammenhängen, Funktion und baulicher Identität. Dazu haben die Architekten ein Hauptterminal entwickelt, das alle Bahn-, Straßen- und Luftverkehrsverbindungen unter der markanten Großform einer Dachscheibe zusammenführt. Blickfang innerhalb der weitläufigen Halle sind drei aufwendig gestaltete Aufzugsgruppen im Glasschacht. Sie verbinden den unterirdisch gelegenen Bahnhof über eine Verteilerebene mit der Empfangshalle und dem Check-in-Bereich.

Aufzüge von Schindler bei Airport Berlin Brandenburg

Bei den Aufzügen handelt es sich um Speziallösungen, die sich durch anspruchsvolle Technik sowie eine außergewöhnliche Gestaltung auszeichnen. Die Anlagen verkehren in einem stählernen Schachtgerüst, das an den Querseiten von einem umlaufenden Band aus schwarzgrau beschichteten Aluminiumtafeln eingefasst wird. Die Fassaden der Zweiergruppen wurden möglichst transparent und mit punktgehaltenen, hochweißen Verbundsicherheitsgläsern gestaltet. Die transparenten Kabinen verfügen über beleuchtete Handläufe, die eigens für den Flughafen Berlin Brandenburg entworfen wurden. Indirekte Lichtquellen hinter dem gespannten Edelstahlgewebe der Kabinendecken ergänzen das Beleuchtungskonzept. Mittig an beiden Seitenwänden ist jeweils ein Glastableau in Säulenform angeordnet. Die Tableaus reichen von der Decke bis zum Boden. Mithilfe einer Edelstahleinfassung wurden sie in die Kabine eingerückt. In Kombination mit den Glaswänden entsteht der Eindruck, dass die Decken von den Tableau-Säulen getragen werden. Abgerundet wird die edle Kabinengestaltung durch Bodenbeläge aus Jura-Kalkstein, der den Belägen der Check-in-Halle entspricht.

Großen Wert wurde auf eine behindertengerechte Ausstattung gelegt, da der BER in Sachen Barrierefreiheit weltweit neue Maßstäbe setzt. Die Aufzüge sind mit zwei unterschiedlichen Tableaus bestückt. Eine vertikal in die Kabinenwand eingelassene Variante verfügt über erhabene Stockwerksziffern sowie nebenliegende Braille-Markierungen für Sehbehinderte. Starke Schwarz-Weiß-Kontraste und eine mehrsprachige Ansage sorgen für weitere Unterstützung. Ähnlich ausgestattet ist das zusätzliche Pulttableau. Es wurde mittig auf die Kabinenwand aufgesetzt und dient vor allem Gehbehinderten. Auch am Eingang der Aufzüge finden sich zwei Tableaus, die in unterschiedlichen Höhen angebracht sind. Hinzu kommen verlängerte Türöffnungszeiten bei Betätigung der Ruftaster für Gehbehinderte sowie ein 3-D-Lichtvorhang mit Vorraumsensoren.

Insgesamt 120 Aufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige lieferte Schindler für den neuen Flughafen. Sämtliche Anlagen basieren auf modernsten technischen Komponenten. So zeichnen sich etwa die getriebelosen Aufzugsantriebe durch ein hohes Maß an Laufruhe aus. Die Anlagen in den Boarding-Bereichen sind zusätzlich mit einer speziellen Zugangskontrolle ausgerüstet. Durch das hochmoderne Sicherheitssystem können bestimmte Etagen nur mithilfe einer Identifikation oder Zuweisung angesteuert werden.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 6/2012

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