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Ungekünstelte Nachhaltigkeit

Ebenso schlicht wie großzügig präsentiert sich der Neubau des Lancaster Institute for the Contemporary Arts. Der dreigeschossige, von SheppardRobson Architects aus London entworfene Neubau ist erst das zweite Bildungsgebäude, das den höchsten britischen Nachhaltigkeitsstandard BREEAM Outstanding erfüllt.

lica, lancester, sheppardrobson, breeam
Hufton Crow

Künstler bevorzugen meist nicht das Geleckte, Gelackte, sondern arbeiten lieber in Räumen mit roher Industrieästhetik. Diesen Anspruch erfüllt den Studierenden des LICA im nordenglischen Lancaster künftig auch der Hauptsitz ihres Instituts – ein dreigeschossiger Neubau des Londoner Architekturbüros SheppardRobson, konstruiert aus Brettsperrholz und mit einer Hülle aus transluzentem Polycarbonat versehen.

Der Neubau ist Teil einer Gesamtstrategie der Universität, ihren CO2-Ausstoß zwischen 2005 und 2012 um 35% zu senken. Unter anderem sollen alle in dieser Zeit errichteten Neubauten auf dem Campus mindestens den BREEAM-Standard „Excellent“ und Gebäudesanierungen mindestens das Level „Very Good“ erreichen.

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Hufton Crow

Das LICA geht noch über diese Anforderungen hinaus und erreicht das Höchstniveau im BREEAM-System, den erst vor zwei Jahren eingeführten „Outstanding“-Standard. 6 Millionen britische Pfund kostete der 4900 Quadratmeter große Neubau – was selbst für britische Verhältnisse, wo ein immenser Preisdruck im Bauen herrscht, wenig ist. Ein Grund hierfür war die Tatsache, dass das oberste der drei Geschosse einstweilen im Rohbauzustand belassen wurde. Der Ausbau soll erst folgen, sobald diese Räume tatsächlich benötigt werden, und wenn klar ist, wozu.

Derzeit enthält das Gebäude Studios, Büros und Seminarräume für die Studienfächer Kunst, Design, Film sowie Musik und Theater. Laut Architekten versteht es sich als „Schaufenster“ für eben diese Aktivitäten – und wurde im Inneren entsprechend offen und außen weitestgehend transluzent bis transparent gehalten.

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Hufton Crow

Die Primärstruktur besteht aus Brettsperrholz, einem eigentlich aus Zentraleuropa „importierten“ Werkstoff, der sich jedoch auch in Großbritannien im nachhaltigen Bauen steigender Beliebtheit erfreut. Seine Verwendung war nach Angaben der Architekten nicht nur maßgeblich für die kurze Bauzeit (10 Wochen bis zur Fertigstellung des Rohbaus), sondern auch für die gute Luftdichtheit der Gebäudehülle (3,02m³/h/m²).

Die Polycarbonathülle zieht sich homogen über alle geschlossenen Außenwandflächen; zudem wurden einzelne Fassadenflächen als transluzente Hülle aus drei Lagen Polycarbonat gestaltet. In den Innenräumen dominiert helles Holz und eine räumliche Großzügigkeit, die nicht zuletzt daher rührt, dass die Architekten die sonst im akademischen Bereich üblichen Einzelbüros zugunsten von Großraumbüros aufgaben.

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Hufton Crow

Das Gebäude wird von einem campuseigenen Blockheizkraftwerk beheizt und ist in ein ebenfalls campus-weites Gebäude-Managementsystem eingebunden. Der größte Teil der Räume wird natürlich belüftet; lediglich in den Veranstaltungsräumen ist eine mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung installiert. Auf dem Dach befindet sich eine 118 Quadratmeter große PV-Anlage, die einen Teil des Strombedarfs im Gebäude decken soll. Und selbstverständlich erreicht LICA die Bewertung „A“ im Gebäudeenergieausweis. Maßgeblich hierfür ist in Großbritannien nicht der Primärenergiebedarf, sondern die CO2-Emissionen je Quadrameter. Sie betragen bei LICA 10.3 kg CO2/m²a.

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