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Universitätsbibliothek in Rostock (2005)

Folge 12

Architekten: Henning Larsens Tegnestue, Kopenhagen

Die Raumnot der Unibibliotheken in Rostock hat eine lange Tradition: Bereits 1419 wurde die Universität gegründet; über die Jahrhunderte hinweg lagerten Schriften in oft ungeeigneten Räumen oder in Bauten, die binnen Kürze schon wieder zu klein waren. Bücher, die in der Zentralbibliothek keinen Platz fanden, verteilten sich seit den 70er-Jahren über die ganze Stadt. Nach der Wende spitzte sich die Situation weiter zu: Der Bestand an Büchern schwoll schlagartig an und auch die technologischen Anforderungen an einen modernen Bibliotheksbau entsprachen nicht mehr der Zeit. Um diesem Missstand Abhilfe zu schaffen, wurde 2000 ein Wettbewerb ausgeschrieben, um die Bücher von acht ingenieur- und?naturwissenschaftlichen Fakultäten unter einem Dach zu vereinen. An der einstigen Stelle der Mensa markiert heute der mit Glas und hellen Ziegeln verkleidete Neubau den Eingangsbereich zum Uni-Campus. Zu ihm öffnet sich der L-förmige Grundriss, der an ein aufgeschlagenes Buch erinnern soll. In Analogie dazu ist auch das Gebäudeinnere organisiert. Die durch einen Luftraum von den Buchbereichen losgelösten Lesegalerien wirken wie Regale, in die die Arbeitsplätze eingeschoben sind. Von dort bietet sich der freie Blick auf den Hof. Bei starker Sonneneinstrahlung kann dank des textilen Blendschutzes individuell verschattet werden. Die Fassade der Buchbereiche hingegen ist mit fest montierten Klinkerlamellen bestückt, durch die das Licht fällt, die eine direkte Sonneneinstrahlung auf die Bücher jedoch verhindern.
Die Organisation des fünfgeschossigen Gebäudes ist schnell zu erfassen. Direkt hinter dem Eingang, der in der Südostecke liegt, befinden sich Foyer mit Garderobenschränken, Verwaltung, Schulungs- und Vortragsräume und die Leihtheke. Entlang einer geschwungenen Brüstung, die den Blick in das Kellermagazin freigibt, gelangt der Besucher in die Nutzerbereiche. Dank des viergeschossigen Luftraums sind Lese- und Büchergalerien von der Eingangsebene aus zu überblicken. Im Erdgeschoss selbst liegt ein Medienbereich mit speziell ausgestatteten Rechnerplätzen für elektronische Informationsdienste. Im ersten bis dritten Geschoss sind neben den Leseplätzen die Bücher untergebracht. Sie lagern teils im Freihandbereich, teils in offenen Magazinen. Eine Kastenförderanlage transportiert die Bücher nach oben und unten.
Das gesamte Gebäude ist mit Niederdrucklüftung ausgestattet und teilklimatisiert. Nur die Verwaltung wird natürlich belüftet. Beheizt wird das Haus mit einem Mischsystem, das sich aus Bauteilaktivierung, statischer Heizung und vorgewärmter Luft unter Nutzung der Geothermie zusammensetzt.

Bibliothek Rostock
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