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krakani lumi, Taylor and Hinds, Foto: Adam Gibson

Unter den Sternen: Rastplatz von Taylor and Hinds

Wie ein kleines Dorf duckt sich »krakani lumi«, nahezu unbemerkt und somit gut geschützt, in einen Silber-Banksien-Hain, einer Baumart die ausschließlich auf Tasmanien zu finden ist. Die Unterkunft setzt sich aus einem Hauptgebäude und sechs kleinen Schlafhütten zusammen. Diese sind über schmale Holzstege miteinander verbunden. Bei allen Bauten handelt es sich um schlichte, aufgeständerte Holzquader.

Die einzelnen Volumina fügen sich über eine einheitliche Gestaltung zu einem stimmigen Ensemble zusammen. Schmale, vertikale Latten, in schwarz verkohlter Optik kleiden sämtliche Fassaden und lassen das Camp mit der Landschaft verschmelzen. Während das Äußere von schlicht rechteckigen, klaren Formen geprägt ist, zeigt sich innen ein konträres Bild. Die privaten Kuben werden über Klappen verschiedener Größen geöffnet und offenbaren eine gewölbte Decke, die sich kuppelartig über das Bettlager legt. Dadurch entstehen, zusammen mit traditionellen Wallaby-Fellen, gemütliche Schlafhöhlen, die einen angenehm behütenden Charakter ausstrahlen.

Ebenfalls in Holz, aber im Gegensatz zu den dunklen Außenansichten deutlich heller und wärmer, zeigen sich die Innenräume. Die Böden, ebenso wie die Stege und Terrassenflächen bestehen aus dem Naturwerkstoff in einem fast weißlichen Ton. Sämtliche Einbauten sind in Holz gefertigt. Auch die Deckenwölbungen sind gekleidet mit Schindeln, die an Rindenstücke erinnern, aus denen schon die Vorfahren der Ureinwohner einst ihre Unterschlüpfe bauten.

In dem langgezogenen Gemeinschaftsgebäude, mit weniger als 5 m Breite, finden drei verschiedene Bereiche Platz. Von Nord nach Süd gibt es zuerst die Nasszellen mit Ausblick in die Natur, dann einen zentralen Bereich mit zwei Betten für die Guides und der Küche und abschließend einen großen halbkuppelförmigen Teil, der über ein Schiebeelement zur vorgelagerten großen Terrasse mit Feuerstelle geöffnet werden kann. Dieser Ort dient als Treffpunkt für die Teilnehmer der Wanderung. Nachts bietet sich von hier ein beeindruckender Ausblick auf den Sternenhimmel.

»krakani lumi« überzeugt aber nicht nur mittels der perfekt inszenierten Interaktion von Architektur und Natur, sondern ist außerdem das erste Projekt, das zur Gänze den Ureinwohnern gehört und auch von ihnen verwaltet wird. Es erzählt den spirituellen Grundgedanken des Volkes, von Ver- und Enthüllung und erfüllt somit eine kulturelle Funktion.

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