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Unter Spannung: Pavillon in Indiana

Unter Spannung und gleichzeitig leicht und schwerelos: Der »Underwood-Pavillon« in Indiana offenbart ein außergewöhnliches und gleichsam innovatives Erscheinungsbild. Mittels einer konstruktiven Hülle aus tragenden Tensegrity-Modulen konnte eine leichte und zugleich belastbare Konstruktion realisiert werden.

Architekt: Gernot Riether, Prof., Dipl.-Ing., MS, Architekt, Andrew Wit, Prof., MS
Ort: Muncie, Indiana, USA

Gernot Riether, Andrew Wit, Pavillon, Indiana, Mucie
Foto: Gernot Riether, 2014

Im Rahmen eines Digital-Design-Build-Studios der Ball State University in Muncie wurde der »Underwood-Pavillon« von den Professoren Gernot Riether und Andrew Wit gemeinsam mit einer Gruppe von Studenten entworfen. Er wurde für die Peripherie der Stadt Muncie entwickelt, ein ursprünglich postindustriell genutztes Areal, welches zu einem Erholungs- und Freizeitort umgestaltet wurde. Hier, zwischen Fischteichen, Apfelbäumen und Wäldern, setzt das Projekt der Universität ein neues, markantes Zeichen.

Gernot Riether, Andrew Wit, Pavillon, Indiana, Mucie
Foto: Gernot Riether, 2014

Der Pavillon erhält durch das konstruktive Zusammenspiel von Aluminiumstäben, Stahlkabeln und einer textilen Hülle sein außergewöhnliches Äußeres. In seiner Materialität bildet er eine Referenz an die ehemalige regionalspezifische Stahl- und Textilindustrie. Die Konstruktion besteht aus insgesamt 56 Modulen, welche sich jeweils aus drei Druckstäben zusammensetzen und durch ein Zugkabel im Gleichgewicht gehalten werden. Durch unterschiedliche geometrische Variationen der Module sowie verschiedene Krümmungsradien und Flächengrößen entstand die endgültige Form des Bauwerks.

Gernot Riether, Andrew Wit, Pavillon, Indiana, Mucie
Foto: Gernot Riether, 2014

Die konstruktive Hülle des Pavillons setzt sich aus sogenannten »Tensegrity-Modulen«: Das von Buckminster Fuller entwickelte »Tensegrity-System« resultiert aus dem Zusammenwirken aus sich nicht berührenden Druckstäben und vorgespannten Zugkabeln. Mit Hilfe moderner digitaler Simulationsprogramme konnte das in der Architektur bisher selten angewandte Konstruktionsprinzip zunächst dreidimensional simuliert und anschließend vorgefertigt und verbunden werden. Bei der endgültigen Aufstellung des Pavillons musste so nur noch ein Kabel pro Modul verbunden und gespannt werden.

Gernot Riether, Andrew Wit, Pavillon, Indiana, Mucie
Grafik: Gernot Riether, 2014
Gernot Riether, Andrew Wit, Pavillon, Indiana, Mucie
Foto: Gernot Riether, 2014

Durch die gezielte Anordnung der Module konnte im Inneren des Pavillons ein schattiger Aufenthaltsort realisiert werden, der gleichzeitig Ausblicke in die umgebende Landschaft gewährleistet. Jedes Modul wurde mit einer elastischen textilen Membran aus Elastan umhüllt, die vollständig aus erneuerbaren Rohstoffen und wiederverwendetem Kunststoff besteht. Während die elastische Hülle alle Druckstäbe verkleidet, blieben die zugbelasteten Bauteile von außen sichtbar, was dem Pavillon seine ausdrucksstarke Erscheinung verleiht.

Gernot Riether, Andrew Wit, Pavillon, Indiana, Mucie
Foto: Gernot Riether, 2014

Der »Underwood-Pavillon« in Indiana stellt nicht nur im Sinne von »Kunst im öffentlichen Raum« eine Bereicherung des öffentlich nutzbaren Landschaftsparks dar: Sein aufsehenerregendens Erscheinungsbild wird zum Blickfang inmitten von Wiesen und Wäldern und bildet einen markanten Anziehungspunkt sowohl für fachkundige als auch andere interessierte Besucher. Die spannungsgeladene und gleichzeitig schwerelose Komposition der Tensegrity-Module setzt sowohl formal-ästhetisch als auch konstruktiv neue Maßstäbe.

Gernot Riether, Andrew Wit, Pavillon, Indiana, Mucie
Foto: Gernot Riether, 2014

Projektangaben:

Größe: 18 m²
Studioleitung: Gernot Riether, Prof., Dipl.-Ing., MS, Architekt
Andrew Wit, Prof., MS
Teilnehmende Studenten: Andrew Heilman, Chris Hinders, Charles Koers, Huy Nguyen, Nick Peterson, Steven Putt, Noura Rashid, Ashley Urbanowich
Unterstützung: Department of Architecture, Ball State University, Mahesh Daas, Chair, Stadt Muncie, Muncie Makers Lab (Community Partner)

Stichworte:

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