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Zalando, Kinzo, Headquarter, Berlin

Urbane Catwalks: Im Gespräch mit Kinzo

Die Gestalt und Identität des Zalando-Gebäudes entwickelten Sie aus Sicht der Nutzer. Was genau bedeutet das?
Chris Middleton: In der Wettbewerbsphase haben wir viele Interviews geführt. Wir wollten die Vielschichtigkeit des jungen Berliner Unternehmens und seiner Mitarbeiter verstehen. Zalando ist international, die Mitarbeiter kommen aus aller Welt und sind vielleicht nur temporär in der Stadt. Das Gebäude sollte deshalb auch einen Anknüpfungspunkt an die Stadt Berlin schaffen. Wir hatten die Idee, mit der Innenarchitektur die Energie der Stadt einzufangen und zu bündeln. Zalando ist genauso bunt und kreativ, heterogen und international wie die verschiedenen Kieze der Hauptstadt.
Karim El-Ishmawi: Entsprechend finden sich Motive aus den Stadtteilen Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln und Wedding in der Gestaltung wieder. Prägende Orte aus der Geschichte Zalandos wurden aufgegriffen und neu interpretiert.

Wie kann man sich das räumlich vorstellen?
KEI: Diese sogenannten Living Rooms dienen gleichzeitig als Orientierungspunkte in einem relativ komplexen Verkehrs- oder Wegesystem. Es handelt sich um Gemeinschaftsflächen mit einer hohen Aufenthaltsqualität und einem je eigenen unverwechselbaren Charakter. Hier finden spontane Begegnungen statt, aber auch geplante Kollaborationen und Besprechungen. Mit diesem Angebot fördern wir die Möglichkeiten, sich informell zu vernetzen.
CM: Die Urbanität wird sozusagen in die Vertikale gezogen und zelebriert. Von der Lobby aus startet eine Art urbaner Catwalk, der sich wie eine Spirale durch alle sieben Geschosse windet und dabei die übereinandergestapelten Gemeinschaftsflächen miteinander verbindet. Das offene Atrium bildet ein klar definiertes Zentrum, das vielfältige Blickbeziehungen ermöglicht.

Warum spielt das Thema Kommunikation eine so ausnehmend wichtige Rolle in den Projekten von Kinzo?
KEI: Das hat natürlich damit zu tun, dass die einzelnen Lebensbereiche nicht mehr so stark voneinander getrennt sind. Man kann heute überall arbeiten. Monofunktionale Räume verlieren deshalb mehr und mehr ihre Berechtigung. Eine Hotel-Lobby ist heute beispielsweise oft auch ein Coworking- und Veranstaltungsbereich. In Büros finden sich häufig auch gastronomische Einrichtungen. Daher ist es auch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, ein gut funktionierendes Büro zu entwickeln. Es treffen dort viele Dinge aufeinander, die auch unser tägliches Leben beeinflussen. Arbeiten, kommunizieren, sich zwischendurch erholen und Sport treiben, all diese Tätigkeiten überlagern sich. Hinzu kommt, dass das Büro eine starke Identität stiften muss, weil dort viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Wir wollen deshalb Orte zu schaffen, die das Entstehen eines Gemeinschaftsgefühls ermöglichen.
CM: Jede größere Firma ab 50 Mitarbeiter ist in gewisser Weise auch ein Spiegel der Gesellschaft. Unser Anspruch ist es private und öffentliche Zonen so zu vernetzen, dass ein gut funktionierender Lebensraum entsteht.

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 12/2020 mit dem Themenschwerpunkt “Interiors“.

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