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Grimstad, Bibliothek, Helen & Hard Architects, Norwegen

Verbindendes Element: Bibliothek in Grimstad

Mit ihrem Bibliotheksneubau in der südnorwegischen Küstenstadt Grimstad haben Helen & Hard Arkitekter einer vielfältigen Nutzungsmischung eine komplexe Form gegeben. Das nahezu flache Dach faltet sich an den Gebäudeecken im Südosten und Nordwesten in einer schützenden Geste nach unten. Entlang des Dachfirsts bringt ein langes Oberlichtband Tageslicht in den Lesesaal und betont die Längsrichtung des Hauses. Auch die aufgefächerten Längsfassaden sollen die Bewegung unterstreichen, die im Haus stattfindet.

Diese Bewegung ist nicht nur metaphorisch gemeint. Der Neubau fungiert als ein Bindeglied zwischen dem alten, höher gelegenen Stadtzentrum im Norden und dem neuen, autogerecht geplanten Einkaufszentrum am Hafen im Süden. Um von beiden Seiten aus Nutzer anzulocken, hat das Haus zwei Haupteingänge auf zwei unterschiedlichen Ebenen, die über eine breite Treppe im Gebäudeinneren miteinander verbunden sind.

Mit einem Café und einem Vortragssaal im Erdgeschoss soll der Neubau auch über den Bibliotheksbetrieb hinaus das kulturelle Leben in Grimstad bereichern. Bei Veranstaltungen lässt sich dieser Teil getrennt vom Rest des Hauses betreiben. Im Erdgeschoss integrierten die Architekten Teile einer ehemaligen Polizeistation. Auf diesen Massivbau setzten sie eine offene Holzskelettkonstruktion auf.

Fast das gesamte Obergeschoss ist als durchgehender, offener Großraum konzipiert. Lediglich vier in den Fassaden verborgene Auskreuzungen aus Stahl steifen die Tragkonstruktion aus. Die Fassaden wurden als Holztafelelemente mit weiß lasierter Kiefernholzschalung vorgefertigt. An den Stirnseiten ließen die Architekten darauf eine zweite, reliefartige Verkleidung aus etwas stärkeren Holzprofilen anbringen, die die Gebäudeöffnungen wie ein Passepartout rahmt. An den Längsfassaden holen schmale, vertikale Glasschlitze zwischen den einzelnen Fassadenelementen die Südsonne ins Café und das Nordlicht in den Lesesaal. Bei sonnigem Wetter wird die Holzdecke so zur Projektionsfläche für Lichtreflexionen, die die Sonne draußen auf dem Schnee erzeugt und die durch eines der zahlreichen Fenster ins Haus dringen.

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Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 12/2018 mit dem Themenschwerpunkt »Dächer«.

Weitere Artikel zur Ausgabe DETAIL 12/2018 finden Sie hier.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 12/2018
DETAIL 12/2018, Dächer

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