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New York, Highline, Diller Scofidio + Renfro, James Corner Field Operations

Verstellter Blick am High Line Park

Ähnlich wie zuvor schon in London haben die Superreichen dieser Welt nun auch den New Yorker Immobilienmarkt als Investment- und Spekulationsmöglichkeit entdeckt. Unverschämt teure Luxuswohnanlagen und -türme schießen aktuell wie Pilze aus dem Boden und ganze Stadtteile verändern aufgrund eines dramatischen Gentrifizierungsprozesses, der die ansässige Bevölkerung und das Kleingewerbe fast volllständig verdrängt, ihr Gesicht. Nirgendwo sonst in der Stadt zeigt sich diese Entwicklung so drastisch wie in der Umgebung der durch die Architekten und Landschaftsplaner Diller Scofidio + Renfro und James Corner Field Operations gestalteten High Line.

Ganz besonders trifft das auf den Abschnitt in Chelsea zu, wo von Zaha Hadid Architects vor einigen Monaten das Gebäude 520 West 28th Street mit einer expressiven Hülle aus organisch geformten Edelstahlelementen bezogen wurde. Die teuerste Wohnung soll hier für knapp 50 Millionen Dollar weggegangen sein. Noch um einige Millionen übertroffen wird dieser Preis aber von einer über drei Etagen reichenden 930 m2 großen Einheit in dem Glaskubus von Peter Marino schräg gegenüber.

Neben verschiedenen weiteren Komplexen, die aktuell ihrer Vollendung entgegensehen, wachsen einen knappen Kilometer weiter südlich gerade die Rohbauten von Bjarke Ingels Twisting-High-Line-Towers in die Höhe. Wie bei Zaha Hadid steht auch hier die spektakuläre Form im Vordergrund. Eher gesichtslos erscheinen dagegen die Neubauten, die am nördlichen Ende den Park regelrecht bedrängen. Hier entsteht gerade Hudson Yards, das größte Stadtentwicklungsprojekt in der Geschichte New Yorks. Das massive Gebirge aus unterschiedlich geformten, einheitlich graublau schimmernden Hochhaustürmen reicht direkt an die Trasse heran und bildet nun aus den unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet für die Besucher des Parks den Hintergrund. Aufgelockert werden soll das gigantische Neubaugebiet durch Thomas Heatherwicks etwas eigenwillige Skulptur »Vessel« aus wabenförmig angeordneten Treppen sowie durch das schon lange vor seiner für 2019 geplanten Fertigstellung viel beachtete auf riesigen Rollen bewegbare Dach »The Shed« von Diller Scofidio + Renfro. Auch diese am Fuße eines Hochhauses der gleichen Planer platzierte Struktur aus Stahl und Membranen für einen multifunktionalen Kultur- und Veranstaltungsraum reicht direkt an den Park. Ob das gigantische von den Architekten der High Line selbst entworfene Hightech-Gebilde später aber eher als Bedrohung oder doch als architektonisches Highlight und damit als Bereicherung erscheint, wird sich nach dessen Fertigstellung zeigen.

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