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Vertikale Netzstrukturen: DRX-Ausstellung in Berlin

Interdisziplinarität gehört zu den wichtigsten Merkmalen zukunftsorientierten Entwerfens. Im Rahmen des von Henn Architekten gehosteten Design Research Exhange (DRX), einem mehrmonatigen Austauschprogramm für Wissenschaftler, wurde die Teamfähigkeit von Architekten, Ingenieuren und Mathematikern in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in einem mehrwöchigen Entwurfsworkshop erprobt – und DETAIL research ist wieder Medienpartner. Thema waren diesmal vertikale Netzstrukturen mit einem Fokus auf High-Rise-Structures. Nun ist die Ausstellung der Ergebnisse zu sehen.


Datum: 30. September - 4. Oktober 2013, Eröffnung am 30. September 2013, 19 Uhr, um Anmeldung wird gebeten unter www.henn.com
Ort: Henn Architekten, Alexanderstraße 7, 8. Etage, 10178 Berlin

Den Teams ging es zunächst darum, die Kräfteverläufe der Netzkonstruktionen mittels unterschiedlicher Techniken sichtbar zu machen. So werden sowohl grafische Methoden zur Berechnung von Kräften gezeigt als auch der Natur abgeschaute Strategien – wie SKO – oder Kräftedreiecke. Software, die solche vektorbasierten, sich reziproker Diagramme bedienenden Ansätze nutzt, wurde bisher zwar erfolgreich zur Visualisierung und Kräftezerlegung eingesetzt, allerdings nicht auf Entwürfe von vertikalen und insbesondere Hochhausstrukturen angewendet. Bisher.

Die Komplexität von High-Rise-Structures stellt in diesem Zusammenhang heute eine Herausforderung dar, die vergleichbar ist mit jener der Berechnung des Eiffelturms in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Dies geschah damals ausschließlich mit Hilfe von reziproken Kräftediagrammen. Heute können solche Konstruktionen hingegen mit Hilfe grafischer Statik und geometrischer Informationen – wie Element- oder Querschnittsgröße – berechnet werden. Auch Informationen zur Herstellung und Montage können digital hinzugezogen werden.

Einen Entwurfsprozess auf der Anordnung von Vektoren im Raum basieren zu lassen, ist an sich schon eine große rechnerische Herausforderung, doch diese Vorgehensweise eröffnet umgekehrt auch zahlreiche Möglichkeiten für den Designprozess. Besonders sinnfällig ist dabei, dass das Entwurfsmodell gleichzeitig ein Modell des reziproken Diagramms in einem anderen Maßstab abbildet. Deshalb sind Form und Kraft keine getrennten Einheiten mehr, sondern befinden sich gleichzeitig innerhalb eines Modells. So können Raumtragwerke einem Netzwerk von Linien folgen, die ausschließlich visuell beziehungsweise grafisch ermittelt werden – ohne nummerische Berechnungen. Es entsteht ein Design-Shift, der es dem Designer, Architekten oder Ingenieur erlaubt, mit den statischen und formalen Effekten seiner Handlungen unmittelbar und intuitiv in Verbindung zu stehen.

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