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Vision und Wirklichkeit

Rheinzink, Fassaden, Eric Owen Moss, Culver City
Foto: Rheinzink

Eric Owen Moss verwandelte im Süden seiner Heimatstadt Los Angeles den Stadtteil Culver City von einem langweiligen verlassenen Industriegebiet zum belebten Quartier. Culver City ist ein beispielgebendes Stadtsanierungskonzept, das aus der fruchtbaren Symbiose des verkaufsstrategischen Konzepts von Samitaur Constructs (Fredrick und Laurie Samitaur-Smith), dem Architekten E. O. Moss und einer experimentierfreudigen Stadtverwaltung entsprang. Rückblickend wissen wir, dass in den 1930er Jahren in Culver City die großen Filmstudios zu Hause waren. Als der Visionär Smith in den 1980er Jahren in Culver City investierte, waren die Bahngleise stillgelegt, Lagerhäuser und Werkstätten verlassen, die Grundstückspreise für die verfallenen Gebäude demnach günstig. E. O. Moss wurde mit der Umgestaltung beauftragt. Inzwischen sind es ein gutes Dutzend Gebäude, die »verwandelt« wurden. Jedes der Gebäude ist ein exaltiertes Einzelstück, das fantasievolle gedankliche Abwege zulässt. Eine Freiheit des Geistes, die nach der Theorie des Erbauers gerade und symmetrische Bauten nicht zulässt.


Rheinzink, Fassaden, Eric Owen Moss, Culver City
Foto: Rheinzink

Im Gegensatz zur Freiheit der Kunst ist die Architektur aufgrund der Durchführbarkeit, der Baubestimmungen, der Erwartungen der Nutzer begrenzt. Diese Grenzen scheint E. O. Moss mit seinen architektonischen Kunstwerken aufzulösen. Die Arbeiten von E. O. Moss sind gekennzeichnet durch seinen intensiven und experimentellen Umgang mit Materialien. Immer wieder imitieren Architekten und Künstler das Äußere und die Struktur des Bienenstocks. Wie schon vor ihm Gaudí, Mies von Rohe, Le Corbusier hat sich auch E. O. Moss mit der Form und der Funktion des Bienenstocks auseinandergesetzt. Der Bienenstock, Raum einer gut organisierten sozialen Gemeinschaft von honigbringenden Insekten, hat Symbolcharakter. E. O. Moss konstruiert seinen »Beehive« für ein modernes Büro- und Konferenzzentrum in Culver City. Der Beehive ist eine moderne Skulptur, die gleichzeitig für Statik und Dynamik, Arbeit und Geselligkeit, Organisation und Transformation steht. Der Beehive ist ein Teil von Moss? fortwährender Auseinandersetzung mit kybernetischen Prozessen, strukturierten Transformationen und Widersprüchlichkeiten oder – wie Moss es ausdrückt: der ausgeglichenen Unausgeglichenheit.

Bei seinen Umbauten in Culver City kreierte Moss immer wieder aufsehenerregende Skulpturen als Fassaden für normative Büroarbeitsplätze. In unmittelbarer Nähe des Beehive stehen weitere moderne Skulpturen, dynamische Formen, Gebäude, die Gegensätze verbinden und leerstehende ehemalige Lagerhäuser zu lichten belebten Räumen verwandeln. Das Grundgerüst des Beehive besteht aus vier exzentrischen Stahlsäulen, sie stützen den gesamten Aufbau des Innenraums. Auf diese vertikale Begrenzung wurden konzentrisch horizontale Stahlreifen befestigt, dadurch wurde die charakteristische Form des Bienenstocks geschaffen. Der so geformte Korb vermittelt Sicherheit und Geborgenheit, er ist umhüllt mit gebogenen Paneelen aus Titanzink der Marke Rheinzink, partiell verbindet eine Verglasung Innenwelt und Außenwelt. Außergewöhnlich und formvollendet präsentiert sich Rheinzink auch im Inneren als gestalterisches Element des Konferenzraums. Der Beehive ist nicht nur eine Form, sondern eine Gestalt, die sich je nach dem Blickwinkel verändert. Bestimmend sind bei diesem Gebäude auch die Treppen, die sich durch das ganze Bauwerk ziehen und als verdichtete Abstraktion eines Amphitheaters das pyramidale Dachfenster umschließen. Treppen setzen Verbindungen, vom Eingangsbereich, der Rezeption bis zum verglasten Konferenzraum und weiter hinauf bis zum Dach. Eine Skulptur, die Funktion hat, eine Verbindung, die auf Dauer angelegt ist, da sind die Anforderungen an die Baumaterialien sehr hoch.

Wie E. O. Moss erklärte, hat er Titanzink nicht nur wegen ästhetischer Effekte sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht und der einfachen Verarbeitbarkeit wegen gewählt. Er hat die Fassade bewusst der Sonne zugewandt, so wird die schlichte Schönheit noch gesteigert, denn das natürliche Spiel der Sonnenstrahlen, der Glanz der Oberfläche vollenden das Kunstwerk Beehive. Die Langlebigkeit des Materials, die Tatsache, dass die Fassaden weder eine Wartung noch eine Reinigung benötigen, der sichere Gebäudeschutz waren neben der Flexibilität wichtige Faktoren. Rheinzink ist bekannt für außergewöhnliche Lösungen und bietet weltweit technische Beratung.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2009

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