You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Visionen der Stadt von Morgen

Urbane Szenarien des Audi Urban Future Award 2010


Zukunftsszenarien unserer Städte im Kontext von Fragen der Mobilität zu entwickeln, lautete die Aufgabe des ersten Audi Urban Future Award. Geht es nach dem Gewinner Jürgen Mayer H., so wird die Stadt zu einem digital erweiterten Erlebnisraum, der sich in einem beständigen Bewegungsfluss befindet. Parkende Autos gehören nach dieser Vorstellung der Vergangenheit an.

Urbane Szenarien des Audi Urban Future Award 2010

"Die individuelle Mobilität der Zukunft wird eng mit der Entwicklung von digital erweiterten städtischen Räumen verbunden sein", lautet die Hauptthese von Jürgen Mayer H. Die Jury prämierte den Entwurf des Berliner Architekten unter den insgesamt fünf Beiträgen des eingeladenen Ideenwettbewerbs anlässlich der Ausstellungseröffnung im August in Venedig.

In seinem Wettbewerbsbeitrag antwortet Jürgen Mayer H. in radikaler Weise auf die Frage, wie sich die Zukunft in Bezug auf Mobilität, Architektur und Stadtentwicklung gestalten lässt und welche geistigen, sozialen und technischen Grundlagen der Gegenwart diesbezüglich zu überdenken sind. Die Aufgabe des von der Audi ausgelobten und von Stylepark kuratierten Wettbewerbs bestand darin, konkrete Szenarien, Modelle und Visionen der Zukunft der Stadt zu entwickeln, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, welchen Beitrag ein Automobilunternehmen hierbei leisten kann und muss. Es sollte im großen wie im kleinen Maßstab aufgezeigt werden, wie künftige Lösungen aussehen und an welchen Orten sie entstehen könnten.

Audi Urban Future Award 2010

Insgesamt sechs international renommierte Architekten und Stadtplaner beteiligten sich an dem erstmals ausgeschriebenen, mit 100.000 Euro höchstdotierten deutschen Architekturpreis: Neben dem Berliner Architekturbüro waren dies Alison Brooks Architects aus London, Bjarke Ingels Group aus Kopenhagen, Cloud 9 aus Barcelona, Standardarchitecture aus Bejing und Diller + Scofidio aus New York, die allerdings aus terminlichen Gründen frühzeitig aussteigen mussten. Eine zweitägige Veranstaltung, die Mitte April in London stattfand, stellte intern in einem Workshop erste Ergebnisse vor und eröffnete die Diskussion über das Projekt im Rahmen einer öffentlichen Konferenz. Parallel zur 12. Architekturbiennale in Venedig wurden die fünf ausgearbeiteten Wettbewerbsentwürfe in der Scuola Grande della Misericordia in einer von Raumlaborberlin eingerichteten Ausstellung präsentiert.

Der Award habe "die Vorstellung von der Stadt der Zukunft grundlegend verändert", so Mayer H. , der in seinem Beitrag das Bild von digital erweiterten städtischen Räumen mit "fahrerlosem Verkehr und individuell angepasstem Datenaustausch zwischen dem menschlichen Körper und seiner Umgebung" zeichnet. Der Verkehr gleiche einem fortlaufenden Strom. Parkende Fahrzeuge gebe es folglich nicht mehr, und der freigewordene Stadtraum werde an den Menschen zurückgegeben. Die Grenzen zwischen Körper, Auto und Architektur lösen sich in dieser Vision weitgehend auf.

Die Jury unter dem Vorsitz von Saskia Sassen begründete die Entscheidung für den Entwurf des Deutschen wie folgt: "Das Projekt von Jürgen Mayer H. stellt die digitale Technologie in den Mittelpunkt, jedoch auf eine besondere Art und Weise: Ausgangspunkt der Überlegungen bildet ein bereits bestehendes städtisches Umfeld. Das führt zu ebenso interessanten wie überraschenden Resultaten. Die Technologie bestimmt in diesem Zusammenhang nicht die Ergebnisse, sie wird vielmehr zu einem Instrument, um den städtischen Raum für vielfältige Interventionen, Bedeutungen und Möglichkeiten zu öffnen. Eine der Wirkungen besteht darin, in unseren dicht bevölkerten Städten Raum zu schaffen - Raum für verschiedenartige Nutzungsmöglichkeiten. Technologie auf diese Weise aufzufassen, urbanisiert die Technologie, und so steckt in eben dieser Urbanisierung Technologie der Technologie zugleich auch ein Projekt der Humanisierung unserer Städte." Mit der Auslobung des Wettbewerbs initiiert die Audi AG eine Diskussion über den städtischen Raum, die Denkanstöße für die Zukunft geben möchte.

Fotos: Sabine Reitmaier, AUDI AG

Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.