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Neues Museum, Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg, Von der Kunst, ein Teehaus zu bauen, Dr. Murielle Hladik, Prof. Axel Sowa, Neues Museum (Annette Kradisch), YASUAKI ONISHI, Reverse of Volume

Von der Kunst, ein Teehaus zu bauen – Neues Museum Nürnberg

Das Neue Museum Nürnberg zeigt vom 27. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018 in einer großen Japan-Ausstellung die Kunst, ein Teehaus zu bauen und lädt zum Exkurs durch essentielle Konzepte der japanischen Ästhetik ein. Das traditionelle Teehaus als Ort der spirituellen Praxis steht im Zentrum dieser Gestaltungsprinzipien.

Basis der Auseinandersetzung mit der japanischen Ästhetik stellt der zeremonielle Akt des Teetrinkens dar. Harmonie, Respekt, Reinheit, Stille gelten für Sen no Rikyū (1522–1591), dem Begründer der japanischen Teezeremonie, als grundlegende Aspekte dieser traditionellen Praxis. Dieser Auffassung nach stellt das zeremonielle Teetrinken ein synästhetisches Ereignis dar.
Die Verbindung zum Zen-Buddhismus in der Ästhetik der Tee-Kultur wird als gestalterische Konsequenz in Materialität und Konstruktion sowie in der Bedeutung von Vergänglichkeit in der nüchternen und reduzierten Architektur der Teehäuser sichtbar.

In sieben Sektionen beleuchten die Kuratoren Dr. Murielle Hladik und Prof. Axel Sowa die grundlegenden Prinzipien dieser Ästhetik anhand von Beiträgen aus Kunst, Architektur, Design und Fotografie. Kulturgeschichtliche Entwicklungen werden erlebbar gemacht, sowie traditionelle Motive und Themen in die Gegenwart übersetzt.

In der Sektion Flüchtigkeit und Impermanenz werden die buddhistischen Wurzeln der japanischen Ästhetik mit dem Thema der Vergänglichkeit als Teil der Schönheit näher betrachtet. Der von Kengo Kuma entworfene Pavillon entspringt der Vorstellung von Fragilität der Materialien und Konstruktion. In Rekonstruktion und Dekonstruktion werden Katastrophen und ihre Überwindung thematisiert. Hier verweisen das Atelier Bow-Wow und Wajirō Kon auf zyklische Prozesse, geprägt durch Zerstörung, Formverlust und Wiederaufbau.

Unter dem Titel Fließende Grenzen behandeln Werke von Sugimoto und Yasuaki Onishi Darstellungen von Stofflichkeit an der Grenze des Wahrnehmbaren. Im Kapitel Natur und Artefakt werden Werke zusammengefasst deren ästhetische Anziehungskraft aus dem Sichtbarmachen natürlicher Prozesse entsteht.

Die Sektion Neues Handwerk fasst Objekte jahrhundertealter Handwerkstraditionen und gewährt ihnen eine zeitgenössische Würdigung. Der Wert der Unvollkommenheit zeigt herausragende Werke zeitgenössischer Keramik, anhand von ausgewählten Werken. In der Sektion Schnitt und Kontinuität werden die Motive Ganzheit und Fragment anhand von Werken textiler Kunst präsentiert.

Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie hier.

Parallel zur Ausstellung ist in der Sammlung die Präsentation Ikkō Tanaka. Plakate aus Japan - eine Kooperation des Neuen Museums mit der Neuen Sammlung.

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