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Von Gerkans kleinstes Projekt

Kapelle im Evangelischen Predigerseminar in Hofgeismar nahe Kassel von Meinhard von Gerkan
Foto: medio.tv/schauderna

Superlative der üblichen Verdächtigen der Architekturszene liest man heutzutage in fast jeder Meldung. Dass Architektur vor allem aber auch im Kleinen funktionieren muss, zeigt die Kapelle im Evangelischen Predigerseminar in Hofgeismar nahe Kassel, deren Entwurf von Meinhard von Gerkan stammt und die heute eröffnet wird.

Kapelle im Evangelischen Predigerseminar in Hofgeismar nahe Kassel von Meinhard von Gerkan
Innenraum (Foto: medio.tv/schauderna)

Dass Meinhard von Gerkan ein Faible für sakrale Architektur hat, weiß man seit dem Christus-Pavillon auf der Expo 2000 oder der Kapelle im Olympiastadion in Berlin. Eines der kleinsten Projekte des Büros von Gerkan ist der Entwurf für die Kapelle in Hofgeismar, die heute in einem Gottesdienst durch den Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, eingeweiht wird. Da der Umbau ausschließlich durch Sponsoring finanziert wurde, werden heute neben dem Architekten viele der etwa 40 Geldgeber dabei sein, die die Kosten von 350.000 Euro aufgebracht haben.

Kapelle im Evangelischen Predigerseminar in Hofgeismar nahe Kassel von Meinhard von Gerkan
Foto: medio.tv/schauderna

Die Kapelle bildet das geistliche Zentrum des Evangelischen Predigerseminars in Hofgeismar und ist Ort der Aus- und Weiterbildung für Pfarrerinnen und Pfarrer. Der schlichte, rechteckige Raum ist Teil des ehemaligen Friedrichsbades aus dem Jahr 1770. Der Entwurf sieht nur wenige Materialien vor: Schalungsplatten in einem warmen, braunroten Farbton sowie eingeschmolzenes, zu Platten gepresstes Recycling-Glas, das an die Fenster des Christus-Pavillons erinnert. Ins Innere dringt bei Tag nur diffuses Licht. Bei Sonne zeichnen sich die Konturen der Fensteröffnungen schemenhaft im Inneren ab. Nachts scheint das farbige Licht aus dem Inneren durch die Fenster. Ein Kreuz an der Altarrückwand, das sich nur durch die Kerbung und Verwindung der hölzernen Tafeln ergibt, ist erst auf den zweiten Blick erkennbar.

Gerkan hat hier einen Raum geschaffen, der durch die Architektursprache alles Weltliche auszuschließen scheint und damit den Besucher zu Ruhe und Einkehr zwingt.

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