You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Von Stall bis Schule: Nominierungen für Velux Architekten-Wettbewerb 2013

Eine Schule in Berlin-Kreuzberg, ein umgebauter Stall und drei Wohnhäuser: Das sind die Nominierungen des Velux-Wettbewerbs 2013, der bereits zum achten Mal stattfindet und dieses Jahr unter dem Motto „Licht + Luft = Lebensqualität“ steht. Die fünf Projekte wurden aus allen Einreichungen von einer Fachjury ausgewählt und werden nun den rund zwei Millionen Lesern des Magazins „Wohnglück“ zur Abstimmung vorgelegt. Insgesamt winkt ein Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro. Zusätzlich zu einer umfassenden Vorstellung aller fünf nominierten Arbeiten in einer Dokumentationsbroschüre, die dem Architekturfachmagazin „Detail“ beiliegt, und weiteren Veröffentlichungen, hat das Sieger-Projekt die Möglichkeit, im Rahmen einer Velux-Anzeigenkampagne in renommierten Fachmedien vorgestellt zu werden.

Schule von AFF Architekten

„Wichtigstes Kriterium für die Bewertung der eingereichten Projekte war die technische und gestalterische Qualität des Gesamtentwurfs, aber auch der bewusste Einsatz von Velux-Produkten zur Steigerung der Raumqualität“, erklärt Jury-Vorsitzender Andreas Schulz (lichtkunstlicht). Ein besonderes Augenmerk legte die Jury daher auf die intelligente Nutzung von Tageslicht und eine kontrollierte, natürliche Belüftung. Neben Schulz gehörten dem Preisgericht auch Vorjahressieger Ulrich Arndt aus Berlin sowie Martin Haas (haascookzemmrich Studio2050), Claus-Peter Haller (Chefredakteur Wohnglück), Meike Weber (Verlagsleitung Detail) und Christian Krüger (Leiter Architektur-Planung Velux Deutschland GmbH) an.

Vom Stall zum Studio von mo.studio

Die fünf nominierten Projekte spiegeln die Vielfalt der Bewerbungen wider: So überzeugte das „Wohnhaus mit Praxis“ von Claus + Pretzsch Architekten BDA aus Darmstadt die Jury mit dem Gesamtentwurf des Neubaus und dem Umgang mit Licht und Luft. Eine intelligente Anordnung von Velux-Dachfenstern in unterschiedlichen Einbauhöhen verhalf der „Ferdinand-Freiligrath-Schule“ in Berlin von AFF Architekten ebenfalls zu einer Nominierung. Überzeugen konnte auch das Projekt „Vom Stall zum Studio“ von mo.studio. Die Jury lobte das Geschick, mit dem die Architekten einen denkmalgeschützten Vierkanthof im Inneren zu einem modernen Büro mit Ausstellungsfläche umgebaut haben. Dabei ermögliche der gezielte Einsatz von Dachfenstern die ganztägige und effiziente Nutzung der natürlichen Belichtung.

Mit dem „Umbau eines Einfamilienhauses in Stuttgart“ konnte ein Vorzeigeprojekt für die Sanierung eines Kaffeemühlenhauses nominiert werden: Von außen unverändert öffnet sich das Haus im Inneren durch großzügige Räume. Neben der Nominierung erhielt dieses Projekt von Architekt Philippe Frey auch den Newcomer-Preis, der sich an junge Architekten richtet und mit 1.000 Euro dotiert ist. Preisträger ist auch das „energy+ home“ von Tichelmann & Barillas/ Lang+Volkwein Architekten und Ingenieure aus Darmstadt, das neben der Nominierung den von der Jury spontan berufenen, ebenfalls mit 1.000 Euro dotierten „Sonderpreis Innovation“ gewann. Die Jury lobte den Vorbildcharakter der Modernisierung eines gewöhnlichen Reihenendhauses zu einem Plus-Energiehaus, der zeigt, dass die Umsetzung eines Aktivhaus-Konzepts auch im Fall einer Sanierung möglich ist.

Im folgenden werden die fünf Nominierungen vorgestellt:

Ferdinand-Freiligrath-Schule von AFF Architekten

AFF Architekten: Ferdinand-Freiligrath-Schule, Berlin

Die Haupt- und Realschule Ferdinand-Freiligrath-Schule in Berlin-Kreuzberg wurde von AFF Architekten in eine Ganztagsschule mit doppelter Kapazität umgebaut. Das Gebäude aus dem Jahr 1903 ist Bestandteil eines denkmalgeschützten Gesamtensembles und besteht aus einem viergeschossigen, im Mittelteil übergiebelten Bau mit einer Gesamtlänge von 104 Metern. Das zuvor ungenutzte Dachgeschoss wird nun durch skulpturale Betontreppenhäuser erschlossen, die auf die Bestandstreppenhäuser aufgesetzt wurden. Die im Dachgeschoss als nutzbare Flächen neu hinzugekommenen Atelierräume wurden als wärmegedämmte Trockenbaukonstruktionen in das bestehende Dachtragwerk integriert. Zur Belichtung und um Blickbeziehungen zu ermöglichen, wurden 54 identische Velux-Dachfenster in verschiedenen Einbauhöhen eingesetzt. Je nach Himmelsrichtung und Einbauhöhe sind diese manuell oder elektrisch zu öffnen und mit innen- oder außenliegendem Sonnenschutz versehen.

 

Wohnhaus von Claus + Pretzsch Architekten

Claus + Pretzsch Architekten BDA: Wohnhaus mit Praxis, Seeheim-Jugenheim

Auf einem Grundstück mit Hanglage in Seeheim-Jugenheim wurde von Claus + Pretzsch Architekten ein Wohnhaus mit Praxis errichtet. Der lineare Baukörper mit Satteldach beherbergt im Obergeschoss eine Wohnung, eine Praxis ist als winkelförmiger Baukörper teilweise ins Erdreich eingebunden und bildet den Sockel des Gebäudes. Dem Objekt ist eine Terrasse mit einer skulpturalen Überdachung vorgelagert. Das gesamte Gebäude einschließlich der Dachflächen besteht aus einer von außen gedämmten Stahlbetonkonstruktion. Die Energieversorgung erfolgt über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, unterstützt durch Solarthermie, sodass das Gebäude als KfW-Effizienzhaus 70 klassifiziert ist. Umschlossen von den Aufenthaltsräumen, nimmt eine mittig eingestellte Raumzelle im Obergeschoss die Funktionsbereiche Bad und Gäste-WC auf. Diese innenliegenden Räume werden durch geschosshohe, trichterförmige Lichtfugen mit Velux-Schwingfenstern mit direktem Tageslicht in Szene gesetzt. Ein Studio im Dachgeschoss, das durch weitere Dachfenster belichtet und belüftet ist, wird durch einen über dem Bad angeordneten Steg erschlossen. Durch seitliche opake Verglasungen wird auch dieser Raum durch die Lichttrichter mit Tageslicht versorgt.

 

Wohnhaus von Philippe Frey

Frey Architekten: Umbau eines Einfamilienhauses, Stuttgart

Das in den 1930er-Jahren errichtete Einfamilienhaus in Stuttgart wies einen Stilmix von Elementen aus verschiedenen Jahrzehnten sowie eine Struktur von Geschosswohnungen auf. Die ursprünglich beengten Räume wurden von Architekt Philippe Frey im Rahmen der Sanierung aufgebrochen und für eine Familie ausreichend kindgerechter Platz geschaffen. Situiert in einem von Ein- und Mehrfamilienhäusern geprägten Kontext, wurde das Gebäude im Innenraum maximal geöffnet, ohne jedoch das äußere Erscheinungsbild zu verändern. Statt von engen, verschachtelten Räumen ist das Haus nun von Großzügigkeit und einem neuen Raumgefühl geprägt. Dazu wurde das Erdgeschoss zu einem offenen Wohnraum umgestaltet und die Verbindung zum Obergeschoss durch ein offenes Treppenhaus und viel Luftraum geschaffen. Hier dienen Velux-Dachfenster zur Belichtung und Belüftung von Galerie, Treppenhaus und Wohnraum. Es entstehen helle, offene und sich überlagernde Räume. Das Gebäude wurde als KfW-Effizienzhaus 115 zertifiziert.

 

Vom Stall zum Studio von mo.studio

mo.studio: Vom Stall zum Studio, Meerbusch

Ein Stallgebäude einer denkmalgeschützten Hofanlage aus dem Jahre 1895 in Meerbusch wurde von dem Architekturbüro mo.studio in ein Büro mit Ausstellungsfläche umgebaut. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen wurde das ursprüngliche Erscheinungsbild wiederhergestellt und zugleich die Belichtungssituation im Inneren deutlich verbessert. Dazu wurden die ehemaligen Fassadentore in den bestehenden Rundbögen durch Glastore ersetzt. Die natürliche Belichtung der Arbeitsplätze auf einer Galerie erfolgt über Velux-Dachfenster. Durch ihre Südost-Ausrichtung gewährleisten diese nahezu während der gesamten Arbeitszeit optimales Tageslicht. Gleichzeitig wurden direkt unter dem Giebel weitere elektrisch bedienbare Dachfenster eingebaut, die dem Klima und der Belüftung dienen. Im Inneren wurde das gesamte Holzsprengwerk aus statischen Gründen durch ein Stahlskelett ersetzt, in dem nun die Ebenen nahezu im Raum schweben können. Die Außenhaut bleibt somit unberührt und ablesbar, um dem früheren Charakter weiterhin erfahrbar zu machen.

 

energy+ home von Tichelmann & Barillas

Tichelmann & Barillas Ingenieure, TSB Ingenieurgesellschaft mbH/ LANG+VOLKWEIN Architekten und Ingenieure: energy+ home, Mühltal Nieder-Ramstadt

Mit dem Reihenendhaus aus den 1970er-Jahren in Mühltal Nieder-Ramstadt wurde ein bestehendes Wohnhaus in ein modernes Plusenergiehaus mit Elektromobilität umgewandelt. Die Entwurfsplanung der Tichelmann & Barillas Ingenieure, TSB Ingenieurgesellschaft mbH, zeichnet sich durch ein innovatives Tageslicht- und Energiekonzept sowie eine moderne, offene Raumgestaltung aus. Im Äußeren bilden dunkle Plattenfassaden mit den gleichfarbigen Dachsteinen der Dachdeckung ohne Überstand eine gestalterische Einheit. Große Velux-Dachfenster sind flächenbündig integriert – es entsteht ein kompakter, homogener Baukörper. Im Inneren wurde die kleinteilige Raumstruktur aufgelöst und der Grundriss großzügig neu organisiert. Die Trennwände im Obergeschoss wurden zugunsten eines zentralen Wohn- und Essbereichs entfernt. Alle Fenster wurden zu großen Panoramafenstern erweitert. Der Rückbau der Holzbalkendecke erhöhte die lichte Raumhöhe der oberen Etage auf knapp 5 Meter. Der Raumcharakter wird nun maßgeblich durch den Tageslichteinfall mittels großer Dachfenster zu beiden Seiten des Satteldachs bestimmt. Der Tageslichtquotient erreicht Werte von durchschnittlich 5 Prozent und mehr. Das Licht- und Raumkonzept steigert das Raumgefühl und den Wohnkomfort der Bewohner.

Die Jury des Velux-Wettbewerbs 2013: (v.l.n.r.) Christian Krüger (Leitung Architektur-Planung, Velux Deutschland GmbH), Claus-Peter Haller (Chefredakteur Wohnglück), Prof. Martin Haas (haascookzemmrich Studio 2050) sowie Vorjahressieger Ulrich Arndt (Ulrich Arndt Architekten), Jurypräsident Prof. Andreas Schulz (lichtkunstlicht) und Meike Weber (Verlagsleitung Detail)
Stichworte:
Aktuelles Heft
DETAIL 12/2018
DETAIL 12/2018, Dächer

Dächer

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.