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Vorhang aus Fotobeton

Die Visualisierung zeigt, wie das Hotel nach Abschluss der Arbeiten aussehen wird. Foto: BetonBild/Axthelm Architekten

Ehemalige dänische Botschaft wird Luxushotel - mit interessanter Fassa-denoptik. Bei der Gestaltung der 560 Quadratmeter großen Fassade des künftigen STUE Hotels setzten die Planer auf Betonvorhangelemente mit Fotobetonoberfläche.

Hauptziel der Umgestaltung des Gebäudes – dieses entstand 1938 nach Plänen des KaDeWe-Architekten Johann Emil Schaudt – war es, den lange leerstehenden Komplex in ein exklusives Hotel umzubauen. Dabei sollte eine elegante Verbindung von Historie und Moderne geschaffen werden und das Gebäude sollte als Einheit mit der direkt angrenzenden Spanischen Botschaft dominant aus der Umgebung hervorstechen.

So entwickelten Axthelm-Architekten ein Konzept, das den historischen Altbau durch eine moderne Gebäudeskulptur im rückwärtigen Innenhof sinnvoll erweitert und somit eine spezielle Spannung erzeugt. Um der Schwere der historischen Natursteinfassaden des Altbaus gerecht zu werden, wurde für den Neubau eine großformatige Betonvorhangfassade konzipiert. Die Fassadenelemente erhalten eine spezielle Fotobeton-Oberfläche mit floral-royalem Muster. Claudius Gottfried, bei Axthelm Architekten verantwortlich für die Fassadengestaltung und Umsetzung, erklärt: „Ähnlich eines Geschenkpapiers werden die senkrechten Fassaden, aber auch einige Fußbodenflächen und Dachaufsichten im gleichen, durchlaufenden Muster belegt und hüllen die skulpturalen Anbauten so in ein einheitliches Gewand.“ Das Muster erfährt seine konsequente Fortsetzung auch auf der Terrasse, bei Unterdecken und weiteren Details im Inneren des Hotels – zum Beispiel bei Stoffbezügen, Kissen und Wandverkleidungen.

Millimeterarbeit: Die Fotobetonfolien werden in die Schalung eingearbeitet. Foto: BetonBild

Für Produktion, Montage und Verlegung der zirka 110 Fassadenelemente zeichnet der Betonfertigteilhersteller Hering Bau aus Burbach verantwortlich. Die Herstellung stellte die Spezialisten vor eine echte Herausforderung. Thomas Zutz, Leiter Vertrieb und Kalkulation bei Hering: „Die einzelnen Vor-hangelemente haben eine Größe von bis zu 3,20 x 3,20 m, die für die Fotopro-duktion notwendigen Folien sind herstellungsbedingt jedoch nur 80 x 80 cm groß. Damit setzt sich jede Fassadenplatte aus bis zu 16 Einzelfolien zusam-men.“ Um die optimale Fotobetonvorlage zu erstellen, fertigte man zunächst zahlreiche Musterplatten. Nach der Abnahme wurde die gewählte Musterplatte auf das Format 1,60 x 1,60 m vergrößert und qualitativ so überarbeitet, dass bei einer Spiegelung um die horizontale und vertikale Achse schließlich eine 3,20 x 3,20 große Platte entstand. Der erforderliche Kontrast und die Farbgebung der einzelnen Elemente werden durch den Wechsel von fein gewaschenen Bereichen zu glatten Bereichen hergestellt. Das Verfahren beruht auf unterschiedlichen Aushärtungszeiten des Betons.

Montage der Betonvorhangelemente am Hotel. Foto: BetonBild

Aktuell werden die Betonvorhangelemente an der Fassade montiert. Fertiggestellt soll der Bau im November 2010 sein.

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